Posts mit dem Label Jahreswechsel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Jahreswechsel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 1. Januar 2022

Neujahr

 


Neujahrswünsche

Herr, setze dem Überfluss Grenzen
Und lass die Grenzen überflüssig werden.

Lass die Leute kein falsches Geld machen,
aber auch das Geld keine falschen Leute.

Nimm den Ehefrauen das letzte Wort
und erinnere die Männer an ihr erstes.

Schenke unseren Freunden mehr Wahrheit
und der Wahrheit mehr Freunde.

Bessere solche Beamten, Geschäfts- und Arbeitsleute, die wohl tätig,
aber nicht wohltätig sind.

Gib den Regierenden ein besseres Deutsch
und den Deutschen eine bessere Regierung.

Herr, sorge dafür, dass wir alle in den Himmel kommen.
Aber nicht sofort.

Amen.

(Pfarrer Hermann Kappen von St. Lamberti zu Münster 1883)

 

So sah der letzte Sonnenuntergang im vergangenen Jahr von unserer Wohnung aus:



Und hier zum Jahresbeginn noch ein Text von Julia Engelmann:


Eines Tages, Baby, werden wir alt sein. Oh Baby, werden wir alt sein und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können. Ich, ich bin der Meister der Streiche, wenn's um Selbstbetrug geht. Bin ein Kleinkind vom Feinsten, wenn ich vor Aufgaben steh. Bin ein entschleunigtes Teilchen, lass mich begeistern für Leichtsinn – wenn ein and'rer ihn lebt. Und ich denke zu viel nach. Ich warte zu viel ab. Ich nehm' mir zu viel vor – und ich mach davon zu wenig. Ich halt mich zu oft zurück – ich zweifel alles an, ich wäre gerne klug, allein das ist ziemlich dämlich. Ich würde gern so vieles sagen aber bleibe meistens still, weil, wenn ich das alles sagen würde, wär das viel zu viel. Ich würd' gern so vieles tun, meine Liste ist so lang, aber ich werd eh nie alles schaffen – also fang ich gar nich' an. Stattdessen häng' ich planlos vor'm Smartphone, wart' bloß auf den nächsten Freitag. Ach, das mach' ich später, ist die Baseline meines Alltags. Ich bin so furchtbar faul wie ein Kieselstein am Meeresgrund. Ich bin so furchtbar faul, mein Patronus ist ein Schweinehund. Mein Leben ist ein Wartezimmer, niemand ruft mich auf. Mein Dopamin, das spar ich immer –falls ich's nochmal brauch. Und eines Tages werd' ich alt sein, oh Baby, werd' ich alt sein und an all die Geschichten denken, die ich hätte erzählen können. Und du? Du murmelst jedes Jahr neu an Silvester die wieder gleichen Vorsätze treu in dein Sektglas und Ende Dezember stellst du fest, dass du Recht hast, wenn du sagst, dass du sie dieses Jahr schon wieder vercheckt hast. Dabei sollte für dich 2013 das erste Jahr vom Rest deines Lebens werden. Du wolltest abnehmen, früher aufstehen, öfter rausgehen, mal deine Träume angehen, mal die Tagesschau sehen, für mehr Smalltalk, Allgemeinwissen. Aber so wie jedes Jahr, obwohl du nicht damit gerechnet hast, kam dir wieder mal dieser Alltag dazwischen. Unser Leben ist ein Wartezimmer, niemand ruft uns auf. Unser Dopamin das sparen wir immer, falls wir's nochmal brauchen. Wir sind jung, und ham' viel Zeit. Warum soll'n wir was riskieren, wir woll'n doch keine Fehler machen. wollen auch nichts verliern. Und es bleibt so viel zu tun, unsere Listen bleiben lang und so geht Tag für Tag ganz still ins unbekannte Land. und eines Tages, Baby, werden wir alt sein, oh Baby, und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können. Und die Geschichten, die wir dann stattdessen erzählen werden – traurige Konjunktive sein wie: "Ein mal bin ich fast einen Marathon gelaufen und hätte fast die Buddenbrooks gelesen und einmal wär' ich beinah bis die Wolken wieder lila war'n noch wach gewesen und einmal, fast hätten wir uns mal demaskiert und gesehen wir sind die gleichen und dann hätten wir uns fast gesagt, wie viel wir uns bedeuten. "werden wir sagen. Und das wir bloß faul und feige waren, das werden wir verschweigen, und uns heimlich wünschen, noch ein bisschen hier zu bleiben. Wenn wir dann alt sind – und unsere Tage knapp, und das wird sowieso passier'n, dann erst werden wir kapier'n, wir hatten nie was zu verlier'n – denn das Leben, das wir führen wollen, das können wir selbst wählen, also lass' uns doch Geschichten schreiben, die wir später gern erzähl'n. Lass uns nachts lange wach bleiben, auf's höchste Hausdach der Stadt steigen, lachend und vom Takt frei die allertollsten Lieder singen. Lass uns Feste wie Konfetti schmeißen, sehen, wie sie zu Boden reisen und die gefallenen Feste feiern, bis die Wolken wieder lila sind. Lass ma' an uns selber glauben, ist mir egal ob das verrückt ist, und wer genau guckt sieht, dass Mut auch bloß ein Anagramm von Glück ist. Und – wer immer wir auch war'n - lass mal werden wer wir sein wollen. Wir ham' schon viel zu lang gewartet, lass mal Dopamin vergeuden. Der Sinn des Lebens ist leben, das hat schon Casper gesagt, let's make the most of the night, das hat schon Kesha gesagt, lass uns möglichst viele Fehler machen, und möglichst viel aus ihnen lernen. Lass uns jetzt schon Gutes sähen, dass wir später Gutes ernten. Lass uns alles tun, weil wir können – und nicht müssen. Weil jetzt sind wir jung und lebendig, und das soll ruhig jeder wissen, und – unsere Zeit die geht vorbei, das wird sowieso passier'n, und bis dahin sind wir frei und es gibt nichts zu verlier'n. Lass uns uns mal demaskier'n und dann sehen wir sind die gleichen und dann können wir uns ruhig sagen, dass wir uns viel bedeuten, denn das Leben das wir führen wollen, das könn' wir selber wählen. Also – los, schreiben wir Geschichten die wir später gern erzähl'n. Und eines Tages, Baby, werden wir alt sein. Oh Baby, werden wir alt sein. Und an all die Geschichten denken, die für immer unsere sind.“

Julia Engelmann, beim 5. Bielefelder Hörsaalslam am 7. Mai 2013 -

hier kann man sie sehen und hören: 

 Julia Engelmann beim Poetry Slam



 






Donnerstag, 31. Dezember 2020

Silvester 2020

 


Ein Jahr geht zu Ende, welches wir wohl so schnell nicht vergessen werden. 291 Tage waren es seit Beginn des ersten Lockdowns. Ein Begriff, den ich zu Beginn des Jahres noch nicht kannte. Wie auch viele andere Begriffe, die wir in diesem Jahr kennengelernt haben. Wohin führt die Reise?



Die Zahl der täglichen Todesfälle in Deutschland steigt weiter. Gestern waren es 1129, insgesamt sind es in Deutschland über 33 000, weltweit über 1,8 Millionen. In den deutschen Krankenhäusern liegen derzeit 5649 Corona-Patienten auf den Intensivstationen. Wir haben auch am letzten Tag des Jahres eine Ausgangssperre von 21:00 Uhr – 05:00 Uhr und so wird es diesmal ein ruhiger Jahreswechsel. Feuerwerkskörper wurden keine verkauft.




Es macht Hoffnung, dass seit 3 Tagen mit den Impfungen gegen Covid-19 begonnen werden konnte und nun ist abzuwarten, bis diese eine flächendeckende Wirkung zeigen.

Für das neue Jahr 2021 wünsche ich mir, dass verschiedene Begriffe wieder ihre alte Bedeutung zurückbekommen: Also dass „Tests“ wieder in den Schulen geschrieben werden, dass eine „Isolation“ wieder für Stromkabel wichtig ist und dass uns „Masken“ an Karneval wieder zum Lachen bringen.

Bleibt behütet.


 Jeder Tag 
möge dir glückliche Stunden schenken,
die dich das ganze Jahr begleiten.
 
Möge
jeder Morgen dir Freude bringen
und jeder Abend Frieden.
 
Die Sorgen dagegen 
sollen
nur wenig sich mehren.
 
(irischer Segensspruch)

Dienstag, 31. Dezember 2019

Jahreswechsel


 

An diesem kleinen Kirchlein im Jordanbad bei Biberbach habe ich eine Sonnenuhr mit einem Spruch entdeckt, den ich Euch nicht vorenthalten möchte:
Rasch eilt die Zeit – denk o Mensch an die Ewigkeit!


In der Hoffnung, dass es mit der Ewigkeit doch noch nicht ganz so schnell geht, gibt es zum letzten Tag des Jahres noch eine Zugabe von Max Rabe, die heute im Kalender „der andere Advent“ zu lesen war:

Also eins ist mal klar,
das war ein tolles Jahr,
manches lief anders als gedacht,
das kümmert mich nicht heute Nacht.

Wir sind immer noch schön,
was morgen ist, wird man sehen,
ein Stern fällt am Fenster vorbei,
einen Wunsch hab' ich jetzt frei.

Mit dir möcht' ich immer Silvester feiern,
mit dir fängt alles gut an,
mit dir könnt ich glatt den Vatikan erneuern
mit dir ruf ich meine Mama an,
mit dir bekomm' ich noch mal einen Preis verliehen,
mit dir krieg' ich alles hin.

Oft merkt man erst am Ziel,
das ist es nicht, was ich will
und manchmal wenn man nicht dran denkt, bekommt man es geschenkt.

Fehler sind zu verzeih'n, sonst bleibt man allein,
ein Stern fällt am Fenster vorbei,
einen Wunsch hab' ich jetzt frei.“

Montag, 1. Januar 2018

Beginn oder „Sag uns ein Wort!“




Was sagst du uns, Gott
ins neue Jahr?
Ein Wort, das gilt, das trägt –
Wie? Was sagst du?
Fürchtet euch nicht!“
Jemand hat nachgezählt:
366 mal sagst du uns in der Bibel:
Habt keine Angst, fürchtet euch nicht!
Für jeden Tag einmal,
und für den Schalttag noch einmal extra dazu.
Wie gut, Herr, jeden Tag beim Erwachen
kann ich dich also noch mit geschlossenen Augen fragen:
Was sagst du mir heute?“
Ich weiß schon von vornherein, was:
Hab keine Angst“, sagst du mir,
und das gilt für den Tag und die Nacht bis anderntags früh.
Erwache ich dann und frag ich dich wieder:
Was sagst du mir heute?“
dann hör ich dich sagen:
Fürchte dich nicht, hab doch keine Angst.
Und weiter so, Tag um Tag,
als wäre das neue Jahr nur ein Tag vor dir.
Das hat mit deinem Kommen in die Welt zu tun,
mit deinem tagtäglichen Kommen, Herr.
Da ist deine Welt doch darin,
sie kann nicht heraus aus deiner Gegenwart in ihr.
Wer glaubt,
weiß es und sieht es,
freut sich und fürchtet sich nicht.
Der wird den Tagesbefehl Gottes
noch hinter seinen schlaftrunken geschlossenen Augen
morgens im Innern vernehmen und gleich erwachen daran.
Er wird aufstehn und gehorchen:
Er fürchtet sich nicht, vor nichts.
Denn er weiß, Gott will es nicht haben,
er leidet es nicht,
dass wir uns fürchten müssen,
wo er doch da ist, überall und in allem.


Aber er weiß,
sie steckt uns im Blut, die Angst.
Das weiß unser Herr selber,
er hat sie durchgemacht wie nie ein Mensch unter uns.
Wir haben Angst,
seit der erste von uns sich verkroch im Gebüsch vor dir.
Seit er zu seiner Frau heimkam und sagte:
Der Ältere hat den Jungen erschlagen
heute morgen draußen auf dem Feld.“
Und seit die Flut die Menschheit ertränkte,
außer den acht Leuten auf dem großen Schiff. –
Seit es das Böse gibt auf der Welt und in uns,
seither gibt es die Angst in uns
und die schreckliche Angst vor der Angst.
Aber jetzt, heute morgen,
wo das neue Jahr beginnt,
bin ich entschlossen,
mich nicht mehr zu fürchten,
denn die Weihnacht hat uns
dich, Herr,
ins neue Jahr gebracht,
und die Weihnacht geht weiter,
Tag und Nacht,
denn du hörst nicht auf zu kommen.
Und dein Name heißt:
JESUS,
und der bedeutet:
Fürchtet euch nicht!

( Silja Walter)


Mit diesem Text von Silja Walter wünsche ich Euch allen Gottes Segen für dieses Jahr. Es hat für mich im Dom begonnen. Das erste Foto zeigt Euch den Christbaum im Westchor und das Foto am Schluss die Krippe im Dom. Das Bild in der Mitte entstand heute, als ich zum Bismarkturm gefahren bin, um den Mondaufgang zu fotografieren, der heute besonders schön war.


Ebenso schön war das Feuerwerk zum Jahreswechsel, welches wir zusammen mit Freunden aus der Nachbarschaft erlebt haben.








Mittwoch, 27. Dezember 2017

Zwischen den Jahren






Danke an alle, die uns einen Gruß zum Weihnachtsfest geschickt haben. Die (weniger gewordenen :-( )Kartengrüße hängen zur Zeit an unserem Bücherregal in der Stube, da können sie uns noch eine Weile erfreuen.

Auf einer Karte war folgendes Gedicht von Wilhelm Busch: 
 

Hätt’ einer auch fast mehr Verstand

als wie die drei Weisen aus Morgenland

und ließe sich dünken, er wäre wohl nie

dem Sternlein nachgereist, wie sie;

dennoch, wenn nun das Weihnachtsfest

seine Lichtlein wonniglich scheinen lässt,

fällt auch auf sein verständig Gesicht,

er mag es merken oder nicht,

ein freundlicher Strahl

des Wundersternes von dazumal.





Eine Abbildung des Wundersternes von dazumal entdeckte ich in der Seitenkapelle unserer Nachbarkirche, d.h. eigentlich hat sie mein Neffe Florian entdeckt, der über die Feiertage mit seiner Familie bei uns zu Gast war und der wissen wollte, was sich wohl hinter einer offenen Tür in dieser Kirche befand. So schauten wir nach und standen plötzlich in der Werktagskapelle, wo das Weihnachtsgeschehen in einer interessanten Darstellung als Deckengemälde zu sehen war:




Mit diesen Bildern grüße ich alle meine blog-Leser. Ich wünsche Euch immer wieder einen Engel, der Euch begleitet und mit frohen Botschaften überrascht.




Ich wünsche Euch für das neue Jahr interessante Reisen mit spannenden Entdeckungen und neuen Erkenntnissen, so wie bei den Heiligen Drei Königen.




Und ich hoffe, dass es im kommenden Jahr nicht zu viele Botschaften gibt, die Euch erschrecken und wo ihr erst einmal weglaufen wollt, wie diese erschreckten Hirten und Schafe.




Fürchtet euch nicht“ so lautet die Botschaft des Engels, die er auch euch zuruft. 



Und dann habe ich hier noch einen schönen „Engelswunsch“ für euch, den mir ein guter Bekannter geschickt hat:






kommt gut ins Neue Jahr hinein.
Euer Michael Sonnenschein ;-)




Sonntag, 1. Januar 2017

Neujahr



Das Jahr 2017 haben wir diesmal ganz besinnlich begonnen. Vom Feuerwerk war nicht viel zu sehen, da es sehr neblig war. Wer das Foto genau betrachtet, erkennt unsere Kirchturmuhr, denn wir haben das neue Jahr mit Glockenläuten auf dem Kirchendach von St. Anton begrüßt.


Anschließend waren wir auf der Orgelempore und lauschten in der dunklen Kirche der („Eisenbahn“-)toccata von Charles-Marie Widor.


Samstag, 31. Dezember 2016

Jahreswechsel




Mit dem folgenden Gebet von Madeleine Delbrel wünsche ich allen blog-Lesern einen guten Rutsch und Gottes Segen für das neue Jahr des Herrn 2017.
Euer Michael Sonnenschein ;-)

Geht in euren Tag (ins neue Jahr) hinaus
ohne vorgefasste Ideen,
ohne die Erwartung von Müdigkeit,
ohne Plan von Gott,
ohne Bescheidwissen über ihn,
ohne Enthusiasmus,
ohne Bibliothek –
geht so auf die Begegnung mit ihm zu.
Brecht auf ohne Landkarte –
und wisst, dass Gott unterwegs
zu finden ist,
und nicht erst am Ziel.
Versucht nicht,
ihn nach Originalrezepten zu finden,
sondern lasst euch von ihm finden
in der Armut eines banalen Lebens.“ 
 
(Madeleine Delbrêl, Gebet in einem weltlichen Leben)

Mittwoch, 1. Januar 2014

Neujahr



 Du, Gott der Anfänge,
segne uns,
wenn wir deinen Ruf hören,
wenn deine Stimme uns lockt
zu Aufbruch und Neubeginn.


Du, Gott der Anfänge,
behüte uns,
wenn wir loslassen und Abschied nehmen,
wenn wir dankbar zurückschauen auf das,
was hinter uns liegt.



Du, Gott der Anfänge,
lass dein Gesicht leuchten über uns,
wenn wir vertrauend
einen neuen Schritt wagen
auf dem Weg unseres Lebens.


Du, Gott der Anfänge,
segne uns.
Amen.
Aus  Irland

Dienstag, 31. Dezember 2013

Happy new year

Diesen Wunsch, den mir Freunde zum Jahreswechsel geschickt haben, möchte ich gern an Euch weitergeben:



Ich wünsche dir:
Ein Huhn, das gold’ne Eier legt,
´nen Baum, der alle Lasten trägt,


ein Tier, dass alle Sorgen frisst
und falls du auch mal traurig bist,
dich kitzeln, bis du wieder lachst
und gleich wie üblich Witze machst.


Ich wünsche dir ein tolles Jahr
mit Sahnehäubchen drauf sogar
aus Harmonie und Zweisamkeit.


Wünsch dir ´nen Reißwolf, der bereit
um Wut und Ärger zu zerfleddern
und auch Gereiztheit gleich zu schreddern.


Ich wünsch dir einen Riesenstrauch
mit Glücksblättern 

und dazu auch
zwölf Monate in großen Tüten
mit Liebes - und Gesundheitsblüten.


Dass auf den Tag im nächsten Jahr
du sagen wirst: “Wie wunderbar!
Das ganze Jahr war gut und rund.”


Vor allen Dingen
BLEIB GESUND!

Freitag, 13. September 2013

das Buch des Lebens






Heute ist Jom Kippur. Nach dem jüdischen Kalender hat vor 9 Tagen ein neues Jahr begonnen. Es ist das Jahr 5774 nach der Erschaffung der Welt. Zu Beginn des Jahres sind wir eingeladen, über unser Leben nachzudenken und das neue Jahr mit einer „unbeschriebenen Seite“ zu beginnen. Rabbi Jochanan sagt, dass an Rosch Ha-Schana, dem Neujahrstag, vor Gericht drei Bücher geöffnet werden: Das Buch des Lebens für die Bösen, das Buch des Lebens für die Gerechten und das Buch des Lebens für die Durchschnittlichen. Für die ersten Beiden ist die Entscheidung sofort klar, aber das Urteil für die Mittelmäßigen wird auf Jom Kippur, den Großen Versöhnungstag vertagt. Dann wird ein endgültiger Beschluss gefasst, welcher Gruppe sie zuzuordnen sind. Gott trifft nach jüdischer Überlieferung seine Entscheidungen nicht übereilt sondern gibt Gelegenheit zu Umkehr und Versöhnung. Heute also, 10 Tage nach dem Neujahrsfest beginnt Jom Kippur mit Gottesdienst, Gebet und Fasten. Das bekannteste Gebet, welches oft vertont wurde, ist das Kol Nidre. Hier könnt ihr es euch bei youtube anhören:
In der Synagoge hat heute Rabbi H.Brandt dazu ermutigt, nachzudenken was es heißt, wenn Mose in Dtn. 30 sagt: „Wähle!“ Jeder von uns ist gemeint und muss sich entscheiden, damit er am Ende in das Buch des Lebens eingeschrieben wird.  „Hiermit lege ich dir heute das Leben und das Glück, den Tod und das Unglück vor. Wenn du auf die Gebote des Herrn, deines Gottes … hörst, … dann wirst du leben … Wenn du aber dein Herz abwendest und nicht hörst, wenn du dich verführen lässt, …. dann werdet ihr ausgetilgt werden…. Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen. Liebe den Herrn, deinen Gott, hör auf seine Stimme und halte dich an ihm fest; denn er ist dein Leben. (Dtn. 30. 15-20)
So wünsche ich euch: "Gemar chatima towa" – Möget ihr gut versiegelt sein im Buch des Lebens.