Sonntag, 2. Juli 2023

" Es lebe der Zentralfriedhof

 


und alle seine Toten“ so singt Wolfgang Ambros seit 1975 zum 100. Geburtstag des Friedhofs. Darin heißt es weiter:

„Es lebe der Zentralfriedhof
und seine Jubilare.
Sie lieg’n und verfäul’n scho durt
Seit über hundert Jahren.
Draußt is kalt und drunt is warm
nur manchmal a bissl feucht;
wenn ma so drunt liegt, freut ma sich

wenns Grablaternderl leucht.“


Den Wienern sagt man ein eigenes Verhältnis zum Tod nach und so nehme ich euch mit zu einem kurzen Rundgang über den Wiener Zentralfriedhof.



Der Friedhof zählt mit rund 330.000 Grabstellen zu den größten Friedhöfen Europas. 

 


Wir finden hier über 350 Ehrengräber von prominenten Verstorbenen wie Johann Strauß, Johannes Brahms, Ludwig van Beethoven, …



Der Flügel auf dem Grab von Udo Jürgens ist aus Marmor.

 



Das mit Abstand meistbesuchte Grab ist das des 1998 verstorbenen Popstars Falco, das sich zu einer regelrechten Pilgerstätte für Falco-Fans entwickelt hat.




 

Franz West war einer der bedeutendsten zeitgenössischen bildenden Künstlern Österreichs.

 


Eine besondere Atmosphäre herrscht im Hain der Ruhe und der Kraft wo es zwei Steinkreise gibt. 

 

Hier steht auch ein "Briefkasten" für die Verstorbenen. "Was ich dir noch sagen wollte  ... "

 


In der islamischen Abteilung haben mich die Stühle neben den Gräbern beeindruckt. Wenn ich jemanden besuche, dann bringe ich auch Zeit mit.

 


Dann wäre da noch der Buddhistische Friedhof.

 



Auf dem alten Jüdischen Friedhof ist man in die Vergangenheit zurück versetzt. Die Gräber sind verwildert, da fast keine Angehörigen den Holocaust überlebt haben.

 


Es gibt auch einen ziemlich großen Babyfriedhof, auf dem die Babys ruhen, die viel zu kurz bei uns waren.

 



„Es lebe der Zentralfriedhof und olle seine Toten
Der Eintritt is für Lebende heit ausnahmslos verboten
Weü da Tod a Fest heit gibt die gonze lange Nocht
Und von die Gäst ka anziger a Eintrittskort′n braucht“





 


Freitag, 30. Juni 2023

Endstation

 


Anlässlich der Alpenländischen Konferenz in Wien vom 26.-30.Juni 2023 mit meinen Kollegen aus der Gefängnisseelsorge besuchte ich zwei Friedhöfe. Der erste ist ein Geheimtipp, auf den ich in einer TV-Sendung aufmerksam wurde. Es handelt sich dabei um den Friedhof der Namenlosen. 


 

Der Friedhof befindet sich beim Alberner Hafen und dort sind 478 unbekannte Tote begraben. Diese wurden im Zeitraum von 1840 bis 1940 durch einen Wasserstrudel im Hafenbereich von der Donau mit anderem Treibgut angeschwemmt. Von vielen weiß man weder den Namen, noch wie sie gestorben sind. Bei anderen wurde die Identität nachträglich geklärt.

 


Auf dem Schild an einem Kreuz steht folgender Spruch zu lesen:


„Wenn Ruh‘ und Frieden Ihr gesucht,

Ihr arggequälten Herzen,

Fern von der Welt, die Euch nun sucht

Hier gibt es keine Schmerzen.

 



Fehlt auch moderner Gräbertand,

Nennt Euch kein Kreuz mit Namen,

Ihr ruhet hier in Gottes Hand,

In seinem Frieden Amen.

 



Und kommt es einst zum Wiederseh‘n,

Geniesst die Ruh‘ indessen,

Der einstens ruft das „Aufersteh‘n“

Wird Euer nicht vergessen.“

 


 


Tief im Schatten alter Rüstern

starren Kreuze hier am düstern Uferrand

aber keine Epitaphe,

sage uns wer unten schlafe,

kühl im Sand.

…

Alle die sich hier gesellen,

trieb Verzweiflung in der Wellen

kalten Schoß.

Drum die Kreuze die da ragen,

wie das Kreuz das sie getragen,

„Namenlos“


(Graf Wickenburg)




Sonntag, 11. Juni 2023

Vorarlberg 8.-11.Juni


Mit dem Motorrad ging es endlich mal wieder ein paar Tage in die Berge.

Für drei Nächte war das Hotel Walliserhof im Brandnertal unsere Unterkunft. Von hier starteten wir am nächsten Tag zu einer wunderschönen Tour durch die Schweiz, von der es leider keine Fotos gibt, da ich diesmal mit einer Gruppe unterwegs war, die für Fotostopps keinen Sinn hatte. 

 


Vom zweiten Tag gibt es ein paar Bilder am Silvretta Stausee.


Die Mautstraße kostet pro Motorrad 14,50 Euro und führt 22,3 km von von der Mautstation in 34 Kehren über die auf 2.032 m hoch gelegene Bielerhöhe. 

 


Bei der Heimreise am 4.Tag ging es zunächst hinauf über den 1773 m hohen Flexenpass in die Stadt Lech und dann den gleichnamigen Fluss entlang abwärts bis nach Augsburg (am Lech).


Montag, 29. Mai 2023

Erfurt

 22.5. - 26.5. Arbeitsgemeinschaft der Gefängnisseelsorger im Jugendvollzug

Sonntag, 28. Mai 2023

Israel


Seit Jahren fragen uns immer wieder Freude, ob wir sie einmal mit nach Israel nehmen. Daher suchten wir gemeinsam zuvor vier schöne Ferienwohnungen aus, und am 8. Mai starteten wir für 10 Tage ins Heilige Land.



Die erste Nacht verbrachten wir in Tel Aviv bevor es am nächsten Tag mit zwei Mietautos weiter in den Norden ging. In Caesarea machten wir einen kurzen Stopp am Mittelmeer um uns vom chaotischen Straßenverkehr zu erholen. 

 


Anschließend erkundeten wir in Akko die Altstadt aus der Kreuzfahrerzeit, die sehenswerte Moschee und natürlich den Bazar.

 


In Tiberias hatten wir eine Unterkunft mit einem Pool auf der Dachterasse im 11. Stock, wo wir uns jeden Abend zum Tagesabschluss auf ein kühles Getränk im warmen Wasser trafen.


 

Das alte Pilgerhaus in Tabgha war vor vielen Jahren für ein knappes Jahr unser Zuhause. 

 


Und hier, in Dalmanuta am See Genezareth hatten wir 1995 geheiratet.

 



Am Eingang von Karpharnaum liegt seit 2014 der „heimatlose Jesus“ eine Bronzestatue des kanadischen Bildhauers Timothy Schmalz.

"Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan." (Mt 25,40)

 


Den rosaroten Panzer haben wir auf den Golanhöhen entdeckt.

 


Dann ging es für drei Tage ab in den Süden. Durch den Jordangraben bis zum Toten Meer, bei dem der Wasserspiegel jedes Jahr einen Meter sinkt.



Wüste so weit das Auge blickt, fasziniert zwar mich immer wieder, ist aber doch nicht jedermanns Sache.

 


Also ging es zurück nach Jerusalem.

 


Ich liebe armenische Töpferware 

 


und: "I love Jerusalem"


 

PS.:  Schön war es. 

und nächstes Jahr hoffentlich wieder in Jerusalem.



Freitag, 26. Mai 2023

Münsterschwarzach 17.-21.4.2023

 


Nachdem die Coronapandemie nun fast endgültig vorbei ist, hatte ich mich entschlossen, endlich einmal wieder zu Besinnungstagen in ein Kloster zu fahren.

Da ich noch nie in Münsterschwarzach gewesen bin, aber schon oft von diesem Kloster gehört hatte, fuhr ich vom 17.-24.4. zu Besinnungstage, welche von meiner Berufsgruppe angeboten wurden, dorthin.

Es war für mich gut, mit Kollegen zusammen zu sein, da es in meiner Arbeitsstelle gerade ziemliche Probleme gibt. So war ich mit Menschen zusammen, die sich auskannten und mir auch weiterhelfen konnten.

 



Unterhalb der großen Abteikirche befindet sich eine Krypta. Das Wort KRYPTA stammt aus dem Griechischen und meint das Verborgene. In der frühen Kirche waren die Krypten der Ort, an dem die Reliquien der Märtyrer aufbewahrt wurden. Um dort hin zu gelangen, muss man hinabsteigen und dieses Hinabsteigen ist gleichzeitig ein Hinabsteigen in die Tiefe der eigenen Seele. In der Tiefe müssen wir gehen, um das Verborgene zu finden.

 


Die Benediktinerabtei Münsterschwarzach liegt am Main im Fränkischen Weinland und so nahmen wir uns auch Zeit für eine Wanderung durch die Weinberge mit anschließender Weinprobe. Von dort habe ich mir auch zwei kleine Weinstöcke mitgebracht, die jetzt in unserem Garten wachsen.



Montag, 13. März 2023

Niederschönenfeld

Eine meiner derzeitigen Wirkungsstätten ist das ehemalige Kloster Niederschönenfeld. Jetzt ist es ein Gefängnis für junge Erwachsene, die ich regelmäßig am Sonntag zum Gottesdienst einlade.

Der Leiter des Allgemeinen Vollzugsdienstes schickte mir vor Kurzem folgende E-mail:

"Letzte Woche war ein Filmteam des TV-Senders augsburg.tv im Hause und hat Bildaufnahmen aus unserer Anstaltskirche aufgezeichnet.
Der Beitrag wird nun am kommenden Sonntag, den 12.03.23 um 18.30 Uhr in der Sendung katholisch1.tv bei augsburg.tv ausgestrahlt."
 Leider habe ich den Fernsehtermin verpasst, aber heutzutage findet sich ja fast alles irgendwo im "Netz" wieder.  
Hier ist der Beitrag von "Katholisch.TV":
Hier geht es zum Film (5 min) 
 
 

Sonntag, 5. Februar 2023

Geburtstag

 ein Jahr ist schnell vorüber ...

 

Danke an alle, die an mich gedacht haben oder mit mir den Beginn des 60.Lebensjahres gefeiert haben. Danke für alle guten Wünsche (viele Momente voller Leichtigkeit und Freude. Mögest du in deinem Leben immer wieder Begegnungen haben,die dich beflügeln und an die du dich gerne erinnerst... /  Immer schön Zeit lassen mit dem Altwerden, das passiert schon  ganz von selbst.)

und Geschenke.


PS.:


Das Jahr beginnt bei Monika mit einem Bandscheibenvorfall, den sie am Fest der Hl. Drei Könige noch ignoriert. Eine Woche später bringt sie der Sankra vom Hausarzt direkt ins Krankenhaus.

Statt nach Madeira zu fliegen, verbringen wir ein paar ruhige Januartage zu Hause.

Die Anschlussheilbehandlung startet dann erst nach ihrem Geburtstag. Von Mitte März bis Mitte April ist Monika in Bad Gögging auf Reha. Da ihr Koffer, den sie dahin geschickt hat, erst drei Tage später ankommt, fahre ich ihr am nächsten Tag hinterher, um ihr noch ein paar Sachen zu bringen. An zwei Wochenenden bin ich bei ihr zu Besuch, ein Wochenende nutze ich, um nach meinen Eltern zu schauen.

Schwupps – da war das erste Quartal des Jahres bereits vorbei.


Samstag, 31. Dezember 2022

Jahreswechsel

 


Schlagzeile des Tages: Der emeritierte Papst Benedikt XVI. ist tot. "Schmerzerfüllt muss ich mitteilen, dass Benedikt XVI., Papst Emeritus, heute um 9.34 Uhr im Kloster Mater Ecclesiae im Vatikan verstorben ist", teilte der Sprecher des Heiligen Stuhls, Matteo Bruni, mit. Benedikts Gesundheitszustand hatte sich in den vergangenen Tagen verschlechtert. In seinen letzten Lebensjahren befand er sich nach eigenen Worten auf einer Pilgerreise "nach Hause".



Mittwoch, 28. Dezember 2022

Weihnachtssegen



Mögest du in diesen Tagen
mehr lachen, mehr leben, mehr lieben
und die Welt wieder mit den Augen
eines Kindes sehen können.
Mögen deine größten Wünsche
keine Wünsche bleiben!
Mögest du den Ort tief in deinem Herzen
entdecken,
an dem Liebe, Frieden und Hoffnung wohnen.
Mögest du heute Frieden in deiner Seele haben,
Liebe in deinem Herzen und Freude
in deiner Welt!
Mögest du wunschlos glücklich sein –
nicht weil du alles hast,
sondern weil du nichts brauchst,
um wahrhaft zufrieden zu sein.

Aus Irland

Freitag, 9. Dezember 2022

Totentanz

 


Sie tanzten, die Blätter, welche an einem großen Mobile von der Decke der Moritzkirche hingen. Auf ihnen Darstellungen vom Totentanz. Passend zur grauen Jahreszeit. Unterdessen sind die Bilder des Augsburger Künstlers Georg Bernhard schon wieder verschwunden. 

 


Der Tod ist weiter gezogen. Jetzt ist Glühweinzeit und Zeit, Geschenke zu kaufen. Kein Platz mehr für den Tod. Im Moment scheint er aus der Mode gekommen zu sein. Gewiss wird er wiederkommen und uns zum letzten Tanz einladen. Sind wir dann überrascht?


„D e r   T o d   i s t   g r o ß.
W i r   s i n d   d i e   S e i n e n
l a c h e n d e n   M u n d s.
W e n n   w i r   u n s   m i t t e n   i m   L e b e n   m e i n e n,
w a g t   e r   z u   w e i n e n
m i t t e n   i n   u n s.“

(Rainer Maria Rilke)