Sonntag, 2. Juli 2023

Stephansdom

 


Blicken wir auf die Westfassade, dann sind noch gut die romanischen Elemente der ersten überlieferte Stephanskirche von 1137 zu erkennen. Wer genau hinschaut, findet auch einen überdimensionalen Penis aus Stein und auf der anderen Seite das entsprechende Pendant. 

 


Möglicherweise handelt es sich um sogenannte Spolien aus der Römerzeit, die ein Hinweis darauf sind, dass an dieser Stelle ein altes Fruchtbarkeitsheiligtum existiert hat. Oder die Genitalien sind einfach ein Zeichen dafür, dass die Sexualität eine große Macht in unserem Leben hat. Die Experten rätseln noch. 

 



Unser Rundgang führt uns zunächst nach vorn in den gotischen Chorraum.

 



Von hier geht der Blick zurück zur Westempore und der Orgel. Das farbenprächtigen Buntglasfenster zeigt auf blauem Grund ein rot leuchtendes Kreuz und darüber sonnenartige Strahlen.

 



Auf dem gotischen Flügelaltar von 1447 sind Szenen aus dem Leben Marias dargestellt. Die Darstellung der Entschlafung von Maria zeigt wie sie bei ihrem Tod zusammensackt und über ihrem Kopf ein neues, gekröntes Haupt in den Himmel aufsteigt.

 



Das monumentale Grabmal von Kaiser Friedrich III. ist aus aus rotem Marmor. Seit 1513 befindet sich sein Leichnam unter der tonnenschweren Deckplatte, auf dessen Oberseite sein Abbild eingemeißelt ist. Der Kaiser wollte wohl nichts dem Zufall überlassen und gab dieses besondere Grab bereits dreißig Jahre vor seinem Tod in Auftrag. 

 



Unter dem Stephansdom kann man das Gruseln lernen – oder besiegen: Hier wurden während der Pest tausende Tote gelagert – deren gestapelte Gebeine kann man heute noch „bewundern“. 

 



Das Dach ist mit rund 230.000 Dachziegeln bedeckt. Jeder dieser Ziegel wiegt 2,5 kg. 

 



Von der Dachrinne schauen wir zusammen mit den Wasserspeiern nach unten.

 



Der Dachstuhl ist eine rund 600 Tonnen schwere Stahlkonstruktion, die den alten Holz-Dachstuhl aus dem 15. Jahrhundert ersetzte, der 1945 zur Gänze abgebrannt war.

 



Die Kanzel ist aus Kalksandstein gefertigt. Ihr Rankenwerk und die Figuren sind äußerst zart ausgeführt und haben hohen künstlerischen Rang.Vierzehn Stufen führen auf die Kanzel hinauf. Am steinernen Handlauf erkennt man Kröten, die einander folgen, entgegenkriechen, weiter oben auch Eidechsen, Panzerechsen und Schlangen. Hier wird der Kampf des Guten mit dem Bösen symbolisiert. Oben am Eingang zur Kanzel wacht ein Hündchen, welches das emporkriechende Böse als treuer Wächter nicht einlässt.

 



Im Sockel hat sich der Meister selbst verewigt, wie er sein Fenster öffnet und aus seinem Werk herausblickt: der Fenstergucker. 

 



Die Kanzel ist der Ort der Verkündigung des Gotteswortes sie ist sozusagen eine Predigt in Stein: Der Sockel mit sechseckigem Kern, mit Aposteln und Heiligen gleichsam als Basis, trägt Fuß und Kanzelkorb, wie eine Blüte aus Stein, mit den Bildern der vier lateinischen Kirchenväter, die gleichzeitig die vier Temperamente und die vier Lebensalter symbolisieren. 

 


 

Links im Bild Hieronymus mit Kardinalshut und einem Buch (als Choleriker) und rechts der heiligen Ambrosius mit Mitra und Buch (als Sanguiniker).



" Es lebe der Zentralfriedhof

 


und alle seine Toten“ so singt Wolfgang Ambros seit 1975 zum 100. Geburtstag des Friedhofs. Darin heißt es weiter:

„Es lebe der Zentralfriedhof
und seine Jubilare.
Sie lieg’n und verfäul’n scho durt
Seit über hundert Jahren.
Draußt is kalt und drunt is warm
nur manchmal a bissl feucht;
wenn ma so drunt liegt, freut ma sich

wenns Grablaternderl leucht.“


Den Wienern sagt man ein eigenes Verhältnis zum Tod nach und so nehme ich euch mit zu einem kurzen Rundgang über den Wiener Zentralfriedhof.



Der Friedhof zählt mit rund 330.000 Grabstellen zu den größten Friedhöfen Europas. 

 


Wir finden hier über 350 Ehrengräber von prominenten Verstorbenen wie Johann Strauß, Johannes Brahms, Ludwig van Beethoven, …



Der Flügel auf dem Grab von Udo Jürgens ist aus Marmor.

 



Das mit Abstand meistbesuchte Grab ist das des 1998 verstorbenen Popstars Falco, das sich zu einer regelrechten Pilgerstätte für Falco-Fans entwickelt hat.




 

Franz West war einer der bedeutendsten zeitgenössischen bildenden Künstlern Österreichs.

 


Eine besondere Atmosphäre herrscht im Hain der Ruhe und der Kraft wo es zwei Steinkreise gibt. 

 

Hier steht auch ein "Briefkasten" für die Verstorbenen. "Was ich dir noch sagen wollte  ... "

 


In der islamischen Abteilung haben mich die Stühle neben den Gräbern beeindruckt. Wenn ich jemanden besuche, dann bringe ich auch Zeit mit.

 


Dann wäre da noch der Buddhistische Friedhof.

 



Auf dem alten Jüdischen Friedhof ist man in die Vergangenheit zurück versetzt. Die Gräber sind verwildert, da fast keine Angehörigen den Holocaust überlebt haben.

 


Es gibt auch einen ziemlich großen Babyfriedhof, auf dem die Babys ruhen, die viel zu kurz bei uns waren.

 



„Es lebe der Zentralfriedhof und olle seine Toten
Der Eintritt is für Lebende heit ausnahmslos verboten
Weü da Tod a Fest heit gibt die gonze lange Nocht
Und von die Gäst ka anziger a Eintrittskort′n braucht“





 


Freitag, 30. Juni 2023

Endstation

 


Anlässlich der Alpenländischen Konferenz in Wien vom 26.-30.Juni 2023 mit meinen Kollegen aus der Gefängnisseelsorge besuchte ich zwei Friedhöfe. Der erste ist ein Geheimtipp, auf den ich in einer TV-Sendung aufmerksam wurde. Es handelt sich dabei um den Friedhof der Namenlosen. 


 

Der Friedhof befindet sich beim Alberner Hafen und dort sind 478 unbekannte Tote begraben. Diese wurden im Zeitraum von 1840 bis 1940 durch einen Wasserstrudel im Hafenbereich von der Donau mit anderem Treibgut angeschwemmt. Von vielen weiß man weder den Namen, noch wie sie gestorben sind. Bei anderen wurde die Identität nachträglich geklärt.

 


Auf dem Schild an einem Kreuz steht folgender Spruch zu lesen:


„Wenn Ruh‘ und Frieden Ihr gesucht,

Ihr arggequälten Herzen,

Fern von der Welt, die Euch nun sucht

Hier gibt es keine Schmerzen.

 



Fehlt auch moderner Gräbertand,

Nennt Euch kein Kreuz mit Namen,

Ihr ruhet hier in Gottes Hand,

In seinem Frieden Amen.

 



Und kommt es einst zum Wiederseh‘n,

Geniesst die Ruh‘ indessen,

Der einstens ruft das „Aufersteh‘n“

Wird Euer nicht vergessen.“

 


 


Tief im Schatten alter Rüstern

starren Kreuze hier am düstern Uferrand

aber keine Epitaphe,

sage uns wer unten schlafe,

kühl im Sand.

…

Alle die sich hier gesellen,

trieb Verzweiflung in der Wellen

kalten Schoß.

Drum die Kreuze die da ragen,

wie das Kreuz das sie getragen,

„Namenlos“


(Graf Wickenburg)




Sonntag, 11. Juni 2023

Vorarlberg 8.-11.Juni


Mit dem Motorrad ging es endlich mal wieder ein paar Tage in die Berge.

Für drei Nächte war das Hotel Walliserhof im Brandnertal unsere Unterkunft. Von hier starteten wir am nächsten Tag zu einer wunderschönen Tour durch die Schweiz, von der es leider keine Fotos gibt, da ich diesmal mit einer Gruppe unterwegs war, die für Fotostopps keinen Sinn hatte. 

 


Vom zweiten Tag gibt es ein paar Bilder am Silvretta Stausee.


Die Mautstraße kostet pro Motorrad 14,50 Euro und führt 22,3 km von von der Mautstation in 34 Kehren über die auf 2.032 m hoch gelegene Bielerhöhe. 

 


Bei der Heimreise am 4.Tag ging es zunächst hinauf über den 1773 m hohen Flexenpass in die Stadt Lech und dann den gleichnamigen Fluss entlang abwärts bis nach Augsburg (am Lech).


Montag, 29. Mai 2023

Erfurt

 22.5. - 26.5. Arbeitsgemeinschaft der Gefängnisseelsorger im Jugendvollzug

Sonntag, 28. Mai 2023

Israel


Seit Jahren fragen uns immer wieder Freude, ob wir sie einmal mit nach Israel nehmen. Daher suchten wir gemeinsam zuvor vier schöne Ferienwohnungen aus, und am 8. Mai starteten wir für 10 Tage ins Heilige Land.



Die erste Nacht verbrachten wir in Tel Aviv bevor es am nächsten Tag mit zwei Mietautos weiter in den Norden ging. In Caesarea machten wir einen kurzen Stopp am Mittelmeer um uns vom chaotischen Straßenverkehr zu erholen. 

 


Anschließend erkundeten wir in Akko die Altstadt aus der Kreuzfahrerzeit, die sehenswerte Moschee und natürlich den Bazar.

 


In Tiberias hatten wir eine Unterkunft mit einem Pool auf der Dachterasse im 11. Stock, wo wir uns jeden Abend zum Tagesabschluss auf ein kühles Getränk im warmen Wasser trafen.


 

Das alte Pilgerhaus in Tabgha war vor vielen Jahren für ein knappes Jahr unser Zuhause. 

 


Und hier, in Dalmanuta am See Genezareth hatten wir 1995 geheiratet.

 



Am Eingang von Karpharnaum liegt seit 2014 der „heimatlose Jesus“ eine Bronzestatue des kanadischen Bildhauers Timothy Schmalz.

"Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan." (Mt 25,40)

 


Den rosaroten Panzer haben wir auf den Golanhöhen entdeckt.

 


Dann ging es für drei Tage ab in den Süden. Durch den Jordangraben bis zum Toten Meer, bei dem der Wasserspiegel jedes Jahr einen Meter sinkt.



Wüste so weit das Auge blickt, fasziniert zwar mich immer wieder, ist aber doch nicht jedermanns Sache.

 


Also ging es zurück nach Jerusalem.

 


Ich liebe armenische Töpferware 

 


und: "I love Jerusalem"


 

PS.:  Schön war es. 

und nächstes Jahr hoffentlich wieder in Jerusalem.



Freitag, 26. Mai 2023

Münsterschwarzach 17.-21.4.2023

 


Nachdem die Coronapandemie nun fast endgültig vorbei ist, hatte ich mich entschlossen, endlich einmal wieder zu Besinnungstagen in ein Kloster zu fahren.

Da ich noch nie in Münsterschwarzach gewesen bin, aber schon oft von diesem Kloster gehört hatte, fuhr ich vom 17.-24.4. zu Besinnungstage, welche von meiner Berufsgruppe angeboten wurden, dorthin.

Es war für mich gut, mit Kollegen zusammen zu sein, da es in meiner Arbeitsstelle gerade ziemliche Probleme gibt. So war ich mit Menschen zusammen, die sich auskannten und mir auch weiterhelfen konnten.

 



Unterhalb der großen Abteikirche befindet sich eine Krypta. Das Wort KRYPTA stammt aus dem Griechischen und meint das Verborgene. In der frühen Kirche waren die Krypten der Ort, an dem die Reliquien der Märtyrer aufbewahrt wurden. Um dort hin zu gelangen, muss man hinabsteigen und dieses Hinabsteigen ist gleichzeitig ein Hinabsteigen in die Tiefe der eigenen Seele. In der Tiefe müssen wir gehen, um das Verborgene zu finden.

 


Die Benediktinerabtei Münsterschwarzach liegt am Main im Fränkischen Weinland und so nahmen wir uns auch Zeit für eine Wanderung durch die Weinberge mit anschließender Weinprobe. Von dort habe ich mir auch zwei kleine Weinstöcke mitgebracht, die jetzt in unserem Garten wachsen.