Freitag, 8. Juli 2016

Monsun





Im Moment haben wir die gesamte Hotel-Anlage für uns alleine. D.h. es ist genügend Personal (für unsere Wünsche) anwesend, aber es sind keine Gäste da, was wir sehr genießen.


Das verdanken wir dem Monsun, der gleichzeitig auch der Preis dafür ist, denn es regnet immer mal wieder. Und wenn es regnet, dann sind es feine, dünne Bindfäden aus Wasser; direkt von oben, weil es keinen Wind gibt. Der See liegt ganz ruhig ohne irgendwelche Wellen und auf den Fischerbooten haben die Menschen Schirme aufgespannt. 


 

Zwischen den Regenschauern gibt es auch mal Pausen, allerdings bleibt die Luftfeuchtigkeit bei gefühlten 100 %. Das ist unangenehm, wenn wieder der Strom ausgefallen ist und der Ventilator an der Zimmerdecke dann unbeweglich ruht. Und obwohl auch ich mich kaum bewege, läuft mir der Schweiß den Körper hinab.





Der Monsun hat auch seine guten Seiten, denn durch dieses feuchte Klima haben wir hier eine üppige Vegetation wie im Tropenhaus des botanischen Gartens. Monsteras wachsen aus der Mauer heraus und die Gärtner haben Mühe, die Wege frei zu halten, bevor sie wieder von Grünpflanzen überwuchert werden. 

 

PS. hier im Gelände springen noch andere Gäste von Ast zu Ast:



Sonntag, 3. Juli 2016

Gepäckservice



Es geht in den Urlaub: Abfahrt am 4.7.2016 mittags zum Flughafen, 14:00 Einchecken, 17:00 Abflug, 2x 5 Stunden Flug über Qatar, Ankunft 9:00 in Kathmandu, Wir werden am Flughafen abgeholt und mit dem Auto in 3 Minuten vom einem Flughafen zum nächsten gebracht. Das geht daher so schnell, da der Inlandsflughafen nur ein Nachbargebäude vom internationalen Flughafen ist. 

 

Der Bus, der uns vom Terminal zum Flieger bringt, wäre in Europa schon vor Jahren verschrottet worden, tut aber hier noch gute Dienste und das Gepäck der Passagiere wird im Anhänger auch gleich mitgenommen.



Eine kleine Inlandsmaschine von Buddha-Air bringt uns dann in einer halbe Stunde nach Pokahara. Hier kann man endlich wieder normal in ein Flugzeug einsteigen.

 

Die Gepäckausgabe erfolgt in einem kleinen hübchen seperaten Gebäude und hier wird auch noch geschaut, dass jeder auch sein Gepäck wieder bekommt. Man beachte die typische Mütze, die übrigens nur Männer tragen dürfen.



Wir warten dann noch einmal eine Stunde auf unseren Abholservice, da wir bereits mit einer früheren Maschine als gebucht geflogen sind. Das war kein Problem, Plätze waren noch frei und wer kommt, fliegt mit. So ähnlich wie bei uns mit der (Eisen)bahn.



Mit dem Auto geht es dann immer auf der linken Straßenseite bei indischen Verkehrsverhältnissen ca. 30 Minuten zu einer kleinem Bootsanlegestelle am Begnas-See. Zwei Nepalis, verladen unsere Koffer in einem kleinen Boot und bringen uns dann fast geräuschlos, mit Muskelkraft getrieben auf die andere Seite des Sees, wo sich unsere Unterkunft für die nächsten 14 Tage befindet. Die Überfahrt dauert auch wieder ca. 30 Minuten und vom Seeufer ist es dann ein kurzer relativ steiler Aufstieg zu unserem kleinen Häuschen. (Die Kofferträger sind mit unseren 18 bzw. 24 kg Gepäck sicher ins Schwitzen gekommenzumal es hier recht warm und feucht ist.)



Es ist jetzt später Nachmittag. Nach über 30 Stunden Reise freuen wir uns, endlich duschen zu können, haben eine kurze Konsultation mit dem Arzt und genießen dann das leckere (hier immer) vegetarische Essen von der Terrasse mit Blick über den See. Gegen 19:00 wird es plötzlich dunkel. Bald fällt auch der Strom aus und da wir von der langen Reise erschöpft sind, fallen wir auch todmüde ins Bett.


Sonntag, 26. Juni 2016

moonrise


Vergangene Woche war ich zur Konferenz in Bernried, von wo aus wir auch einen Ausflug zur Wieskirche machten. Zu diesem Rokokojuwel im Pfaffenwinkel kommen täglich unzählige Menschenmassen aus der ganzen Welt.
Hier der Blick zur überreich ausgemalten Decke der Kirche - gleichsam ein Blick in den Himmel...
 


allerdings ist mir da der Blick zum Himmel in der freien Natur lieber, besonders wenn gerade der Vollmond am längsten Tag des Jahres am Horizont hinter den Bergen aufsteigt.


Sonntag, 12. Juni 2016

Pfingstrosen und Seerosen


am Teich meines Schwagers.

Sonntag, 22. Mai 2016

Grab des Sennedjem



In der Nähe von Luxor in Ägypten d.h. im Tal der Könige wurde im Jahre 1886 das Grab des Sennedjem entdeckt. Es war unversehrt und und prachtvoll bemalt. Die Decke erinnert an das Gewölbe des Himmels und die Bilder zeigen Szenen aus dem ägyptischen Totenbuch. Auf Grund seiner Malereien, die aufschlussreiche Informationen über die altägyptische Mythologie enthalten, zählt dieses Grab zu den schönsten und berühmtesten in der altägyptischen Grabkunst.



Allerdings ist es gar nicht notwendig bis nach Ägypten zu reisen, denn in Nürnberg gibt es im Museum für Kommunikation, wo ich letzte Woche mit Freunden war, eine originalgetreue 1:1 Nachbildung dieses Grabes.

 
Die schmale westliche Wand zeigt oben zwei Anubis-Schakale mit Udjat-Augen und Lotus-Blüten.


An der Ostwand sehen wir zwei Paviane, die Re-Harachte-Atum auf seiner Sonnenbarke verehren. 



Darunter sind der Grabherr und seine Ehefrau im Binsengefilde dargestellt, das von Wasser umgeben ist und als Aufenthaltsort für die seligen, vom Tode erlösten Verstorbenen nach den Prüfungen im Totengericht dient.
Die unteren beiden Szenen zeigen zwei durch einen Kanal getrennte Gärten mit Früchte tragenden Palmen und Feigen sowie verschiedene Blumen. Diese Szene wurde zum Urbild christlicher Vorstellungen über das Paradies als fruchtbare Landschaft.


Sonntag, 24. April 2016

Grün




Die Spatzen pfeiffen es nicht nur von den Dächern sondern auch von den Zweigen: Der Frühling ist da. 
 
Allerdings noch nicht wirklich, denn heute hat es kurzzeitig geschneit!



Trotzdem bin ich fasziniert, wenn ich durch den Park vor meiner Haustür gehe, wie das neue frische Grün 
mir entgegenleuchtet. Es erinnert mich an Hildegard von Bingen, die von der „Grünkraft Gottes“ spricht: 
"Es gibt eine Kraft aus der Ewigkeit und diese Kraft ist grün."

Grün ist für sie die heilige Farbe, 
eine "Herzkraft himmlischer Geheimnisse, die die Herrlichkeit des Irdischen nicht fasst." 

 

"O heilende Kraft, die sich Bahn bricht!

Alles durchdringest du,

die Höhen, die Tiefen

und jeglichen Abgrund.

Du bauest und bindest alles.


Durch dich träufeln die Wolken.

regt ihr Schwingen die Luft.

Durch dich birgt das Wasser das harte Gestein,

rinnen die Bächlein 
 
und quillt aus der Erde das frische Grün.


Du auch führest den Geist,

der deine Lehre trinkt,

ins Weite.

Wehest Weisheit in ihn 
 
und mit der Weisheit die Freude." H.v.B.

Freitag, 22. April 2016

Seder Pessach

14. Nissan 5776
"Was unterscheidet diese Nacht von allen anderen Nächten?" - so fragt der Jüngste am Tisch. Die Antwort ist bekannt, aber sie muss immer wieder aufs neue interpretiert werden, damit es auch der Weise, der Böse, der Einfältige und der Unaufmerksame versteht und "damit DU Dich in Deiner ganzen Lebenszeit des Tages erinnerst, an welchem DU aus Ägypten gegangen bist".

Chag sameach - ein gesegnetes und friedliches Pessachfest




Dienstag, 5. April 2016

Ostsee


Diese Woche war ich mal schnell für drei Tage auf der Insel Rügen an der Ostsee. Meine Tante wurde an einem bösartigen Gehirntumor operiert und liegt dort im Hospiz... Es war gut, sie und meine Eltern dort zu treffen, auch wenn es nicht immer gut war.


 Dafür wurde ich mit den Begegnungen der Ostseeküste entschädigt.
 Heilige Stätten, wie z.B. Steingräber etc. hätte es hier auf der Insel noch einige zu entdecken gegeben, aber dafür reichte die Zeit diesmal leider nicht. 


Sonntag, 20. März 2016

Moritzkirche BRACHE


Die diesjährige Installation zur Fastenzeit in der Moritzkirche ist ein Steinwurf.
Einmal im Jahr verändert ein Künstler den Innenraum der Kirche. Heuer war es Norbert Schessl, der seiner Installation den Namen "Brache" gegeben hat. 



Eine Brache ist eine Fläche, die ihren ursprünglichen Zweck vorübergehend aufgegeben hat. So wirkt auch die Kirche wie eine plötzlich verlassene Baustelle und fordert den Besucher heraus, nach der eigenen Ordnung und Orientierung zu suchen.



  LES BAUX
 Blöcke blau und braun
 ein schwebender Turm
 Kristalle aus Stein
 Uneben genau in der lila Luft
 diese geschichtete Masse Zeit
 Hart in der Höhe
 lichtwiederholt 

die weitgespannten 
kantigen Flügel 
(Rose Ausländer)


Montag, 29. Februar 2016

Roy, Vincent, Frida, Francis und ich

M - Maybe   

Da es uns zu heiß war, sind wir am letzten Urlaubstag ins Tel Aviv Museum of Art geflüchtet.




Dort haben wir gesehen, dass Kunst keineswegs langweilig sein muss. Die Ausstellung "My Selfie and I" erfeut sich bei vielen Besuchern großer Beliebtheit und bringt jeden, der es will auf elektronische Weise ins Bild mit bzw. von Roy Lichtenstein, Vincent van Gogh, Frieda Kahlo oder Francis Bacon.





Freitag, 26. Februar 2016

Hamat Gader





Es geht abwärts: 200 Meter unter dem Meeresspiegel (aber noch im Trocknen) geht es vorbei am See Genezaret zum heutigen Tagesziel.



Es sind die heißen Quellen von Hamat Gader, die schon die Römer zu schätzen wußten.


Und so genießen wir den Tag im Februar bei 28 Grad Lufttemperatur und 42 Grad Wassertemperatur. 
 



Donnerstag, 25. Februar 2016

Nazaret



Das sind nicht die Köpfe von König Saul und seinen Söhnen, die die Philister am Stadttor aufgespießt hatten (vgl. 1.Sam 31), sondern schöne Ständer für die Kopftücher, die es hier im Shuk von Nazaret zu kaufen gibt.



Die Geschichte mit den Köpfen soll sich in Bet Schean nach dem Sieg über Sauls Truppen zugetragen haben, wir sind aber ein paar Kilometer westlich davon in Nazaret und diese Stadt verdankt ihre Bekanntheit einer anderen biblischen Familie.


Maria, die vor 2000 Jahren Jesus (von Nazaret) geboren hat, ist für viele Christen der verschiedensten Nationen "ihre" Mutter Gottes geworden, wie es die Mosaikbilder bei der Verkündigungskirche zeigen.



An der Quelle in der Stadt hat sicher damals auch Maria Wasser geschöpft und heute steht eine orthodoxe Kirche darüber, in der noch immer die Quelle sprudelt.





Ein paar Meter weiter steht die Verkündigungskirche, die daran erinnert, dass der Engel Gabriel mit einer guten Nachricht zu Maria gekommen ist.



Die Kuppel der Kirche symbolisiert den Blütenkelch einer Lilie, der sich sozusagen verkehrt herum vom Himmel zur Erde neigt.



"Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt" (Joh. 1,14) steht auf Latein in großen Lettern an der Kirchenmauer (VERBUM CARO FACTUM EST ET HABITAVIT IN NOBIS) - ein unergründliches Geheimnis, was wir jedes Jahr zu Weihnachten feiern, und was zur Anbetung einlädt.



Daher ist hier meist die Hölle los - pardon, ich meine die Kirche ist fast immer mit Touristen überfüllt, aber es gibt auch hier Momente, an denen Stille und Besinnung einkehrt (obwohl der Baustil etwas gewöhnungsbedüftig ist).