Mittwoch, 20. Juli 2016

Transportmittel in Nepal




In Nepal gibt es keine Eisenbahn, es gibt auch keine Straßenbahnen oder andere Schienenfahrzeuge, es gibt keine U-Bahn in der Millionenstadt Kathmandu, sondern alles ist auf der Straße unterwegs und die Straßen sind meist nur bessere Feldwege mit unzähligen und und z.T. sehr tiefen Löchern.



Man kann im Land mit dem Bus fahren, aber wir haben diesmal darauf verzichtet. Zum einen ist es uns nicht gelungen irgendwelche Fahrpläne ausfindig zu machen und zum anderen haben wir auch keine Haltestellen entdeckt. Vom Gedränge im Bus einmal ganz abgesehen.



 Von Pokhara zurück nach Kathmandu hat uns diesmal ein Taxi gebracht. (Das war im Reisepreis inbegriffen.) Und da wir für die knapp 200 km über sechs Stunden gebraucht haben, ist der Taxifahrer schon am Vortag angereist.




Unterwegs sind uns verschiedene andere Fahrzeuge begegnet: Schön und individuell bemalt sind hier im Lande die Lastkraftwagen. PS: hier ist übrigens Linksverkehr! d.h. es wird in der Regel rechts überholt.





Auch auf Traktoren oder mit kleinen Mini-Traktoren kann man lange Strecken zurücklegen.




Neben den vielen Autos sind hier auf den Straßen unzählige Mopeds unterwegs.






Das billigste Transportmittel jedoch ist das Fahrrad. Auf ihm kann man so gut wie alles transportieren.







Sonntag, 17. Juli 2016

Kaffee arabica



So sehen die grünen Kaffeebohnen aus bevor sie geerntet und geröstet werden. Entdeckt haben wir sie in einem kleinen Familienbetrieb, der hier in Nepal in steilster Hanglage ein paar Kaffeesträucher hat und damit sogar jährlich 4 Tonnen reinen Bio-Kaffee produziert, also ohne Pestizide und ohne irgendwelchen Füllstoffe im Kaffeepulver.



Geröstet wurde der Kaffee lange Zeit auf einem großen Blech über offenem Feuer, seit zwei Jahren hat der Besitzer endlich eine eigene Röstmaschine.



Und so sieht seine erste Kaffeemühle aus:



Wir kaufen ein paar Tüten von dem total leckeren Kaffee, die der Besitzer extra für uns frisch abfüllt und dann von Hand etikettiert;und wir freuen uns darauf, diesen Kaffee zu genießen, wenn wir wieder daheim sind. 

 

Freitag, 15. Juli 2016

Sitz der Götter



Die meiste Zeit ist der Horizont hinter den Bergen am See mit großen wuchtigen Wolken verhangen. Nur manchmal schiebt der Wind sie für ein paar Minuten ein wenig beiseite, so dass ein kleiner Blick hinter diese Monsunwolken möglich wird. Dort verstecken sich die majestätischen schneebedeckten Berge des Himalaya. 

 

Früh am Morgen ist es mitunter auch einmal möglich, die gesamte, einzigartige Bergkette des Annapurna-Massivs mit über 8000 Meter Höhe zu sehen. 

 

Das nepalesische Matterhorn ist der Macchapuchare (6993 m). Er ist einer der „verbotenen“ Berggipfel, die als Sitz hochverehrter Götter ein Tabu für Bergsteiger sind. Daher hat eine britische Expedition im Jahre 1957 kurz vor dem Ziel aufgegeben, um die religiösen Gefühle der Einheimischen nicht zu verletzen.


Donnerstag, 14. Juli 2016

Pokhara



Pokhara liegt ca. 200 km westlich von Kathmandu und ist mit 300 000 Einwohnern in etwa so groß wie Augsburg. An einem Nachmittag haben wir ein paar der Sehenswürdigkeiten erkundet.



Beim Besuch im Hindu-Tempel hatten wir Glück, denn der heutige Tag war für die Hindus ein besonderer Tag, an dem viele Hochzeiten stattfanden und wir daher viele schön gekleidete Menschen sahen.



In der Stadt gibt es auch einige tibetische Zentren,die aus Flüchtlingslagern hervorgegangen sind, als 1959 viele Tibeter vor den Chinesen aus ihrer Heimat geflohen sind. Die Tibeter haben hier eine Teppichknüpferei und einen kleinen Souveniermarkt (wobei die Kuh unverkäuflich – da heilig ist).



Der Devi´s Fall ist eine imposante Schlucht am Ausfluss vom Phewa-See und wurde nach einer Engländerin benannt, die hier vor vielen Jahren ertrunken sein soll.



Das Phewa-Seeufer war in den 1970er Jahren ein Geheimtipp unter den Hippies, da hier der Hanf hinter den Hütten als Unkraut wucherte.



Die Menschen hier in Nepal sind sehr freundlich, aber irgendwie kleiner als wir. :-)


Mittwoch, 13. Juli 2016

Begnas Lake Resort





Die kleine Lodge mit Ausblick auf den See ist für 14 Tage unser Zuhause. Frühmorgens, nachdem es hell geworden ist, stehen wir auf denn unser Yogalehrer wartet bereits um 7:00 Uhr auf uns. 


1,5 Stunden üben und meditieren wir dann mit ihm (und ich spüre, wie unbeweglich ich bin). 

PS. nachdem ich die Stacksche-Schiene nach 6 Wochen wieder von meinem rechten Ringfinger entfernen konnte, habe ich nun auch den See für mich entdeckt. Die Wassertemperatur scheint der Lufttemperatur zu entsprechen, da es hier z.z. scheinbar niemals abkühlt, und so schwimme ich vor dem Yoga noch eine Runde im See. 

 



Nach dem Frühstückstee (sowie frischen Fruchtsaft, Fruchtsalat, o.a.) geht es zur Aryuveda-behandlung. Ein netter Arzt (aus Kerala) misst unseren Blutdruck und fragt uns nach unserer Befindlichkeit, bevor er uns dann seine spezielle Medizin verabreicht.



Dann folgen zwei schöne Stunden, wo wir nach allen Regeln der Ayurveda-Kunst eingeölt und massiert werden. It´s a really good feeling - eine pure Wohltat. 




Nach der Massage ist Entspannung am Pool angesagt und obwohl ich bei bewölktem Himmel nur ca.10 Minuten im Schatten gelegen bin, hatte ich einen Sonnenbrand auf meinen Beinen. Kein Wunder, wenn die Sonne senkrecht über uns steht.






Wir duschen uns von dem vielen Öl wieder ab und dann geht es zum Mittagessen.





Die Speisekarte reicht aus, um an allen Tagen ein anderes leckeres vegetarisches Gericht zu probieren und ich bin immer wieder vom Ideenreichtum und den verschiedenen Geschmacksrichtungen fasziniert, mit denen man Gemüse zubereiten kann. Es sind 22 vegetarische Gerichte zur Auswahl, dazu kommen noch einmal sechs Linsengerichte.






Der Nachmittag ist frei und da es ziemlich heiß ist, wenn die Sonne fast über uns steht (oder es manchmal regnet) ist Zeit für einen Mittagsschlaf oder ich sitze vorm Haus und lese. Dabei genieße ich den Blick über den See auf die kleinen Berge und schaue dem Spiel der Wolken zu. (Die 8000er haben sich tagsüber in den Wolken versteckt).





Um 5 Uhr ist noch einmal die Möglichkeit zum Yoga (und ich bewundere meine Frau, die regelmäßig davon Gebrauch macht). Um 7 Uhr gehen wir zum Abendessen. Dann wird es schon langsam dunkel und wir haben jeden Abend ein Candellight-Dinner. Das ist romantisch und praktisch, falls plötzlich der Strom ausfällt.





Ein Wächter begleitet uns vom Haupthaus mit seiner Taschenlampe (und manchmal auch mit Schirm) zurück zu unserer Unterkunft. Es ist dunkel und still; nur ein paar Tiere sind noch zu hören (oder das Geräusch des Regens).



Um 9 Uhr ist der Tag vorbei und ich habe kein Problem, neun oder zehn Stunden zu schlafen. In diesem Rhythmus verläuft hier jeder Tag und nach der ersten Urlaubswoche hat sich ein Gefühl der Entspannung und Erholung eingestellt.





Beim Zeitunglesen am Nachmittag bin ich auf folgende Aussage von Dag Hammarskjöld gestoßen, was ganz gut zum hiesigen Urlaub passt:





Im Zentrum unseres Wesens ruhend, begegnen wir einer Welt in der alles auf gleiche Weise in sich selber ruht. Dadurch wird der Raum zu einem Mysterium,die Wolke zu einer Offenbarung und der Mensch zu einem Kosmos, dessen Reichtum wir nur in Bruchteilen erfassen, für den Einfachen ist das Leben einfach, aber es öffnet ein Buch, in welchem wir nie über die ersten Buchstaben hinauskommen.“


Sonntag, 10. Juli 2016

Stromlos


oder:
LEBEN im Einklang mit der NATUR
 
In unserem Gepäck haben wir FÜNF (!) Strom- und Adapterkabel dabei: für laptop, handys und Fotoapparate. Die Taschenlampen funktionieren mit Batterien und hier im Lande habe ich einen neuen Trend entdeckt:





Eine Batterie, die zwischen Steckdose und Lampe, d.h. Glühbirne dazwischengeschaltet ist. Steht bei uns unter dem Nachttisch und funktioniert sogar. Diese Konstruktion ist wichtig, denn hier im Lande fällt immer mal wieder der Strom aus. So habe ich zumindest am Anfang gedacht, aber in Wirklichkeit ist es so, dass es nur bestimmte Zeiten gibt, wo der Strom da ist; auch wenn es dafür sogar feste Zeiten gibt, so werden sie doch nicht eingehalten. 

 



Daher wird hier darauf geachtet, dass im Zimmer immer Kerzen und Streichhölzer vorhanden sind. Das finde ich nicht nur romantisch, sondern es macht es mir viel einfacher, meinen Tagesablauf der Natur anzupassen. Unterdessen habe ich mich auch daran gewöhnt, ohne Strom, ohne Radio und ohne Fernseher hier zu leben.



 



Wenn es dunkel wird, gibt es kaum Alternativen außer ins Bett zu gehen. Im Zimmer Kerzenschein und draußen nur der Mond, der zur Zeit als schmale Sichel am Abendhimmel zu sehen ist. Keine Straßenlaternen (da es hier auch weit und breit keine Straßen gibt), keine irgendwelchen anderen künstlichen Geräusche und in den anderen wenigen Häusern am Hang gegenüber brennen auch nur Kerzen oder batteriebetriebene Lampen.




Freitag, 8. Juli 2016

Monsun





Im Moment haben wir die gesamte Hotel-Anlage für uns alleine. D.h. es ist genügend Personal (für unsere Wünsche) anwesend, aber es sind keine Gäste da, was wir sehr genießen.


Das verdanken wir dem Monsun, der gleichzeitig auch der Preis dafür ist, denn es regnet immer mal wieder. Und wenn es regnet, dann sind es feine, dünne Bindfäden aus Wasser; direkt von oben, weil es keinen Wind gibt. Der See liegt ganz ruhig ohne irgendwelche Wellen und auf den Fischerbooten haben die Menschen Schirme aufgespannt. 


 

Zwischen den Regenschauern gibt es auch mal Pausen, allerdings bleibt die Luftfeuchtigkeit bei gefühlten 100 %. Das ist unangenehm, wenn wieder der Strom ausgefallen ist und der Ventilator an der Zimmerdecke dann unbeweglich ruht. Und obwohl auch ich mich kaum bewege, läuft mir der Schweiß den Körper hinab.





Der Monsun hat auch seine guten Seiten, denn durch dieses feuchte Klima haben wir hier eine üppige Vegetation wie im Tropenhaus des botanischen Gartens. Monsteras wachsen aus der Mauer heraus und die Gärtner haben Mühe, die Wege frei zu halten, bevor sie wieder von Grünpflanzen überwuchert werden. 

 

PS. hier im Gelände springen noch andere Gäste von Ast zu Ast:



Sonntag, 3. Juli 2016

Gepäckservice



Es geht in den Urlaub: Abfahrt am 4.7.2016 mittags zum Flughafen, 14:00 Einchecken, 17:00 Abflug, 2x 5 Stunden Flug über Qatar, Ankunft 9:00 in Kathmandu, Wir werden am Flughafen abgeholt und mit dem Auto in 3 Minuten vom einem Flughafen zum nächsten gebracht. Das geht daher so schnell, da der Inlandsflughafen nur ein Nachbargebäude vom internationalen Flughafen ist. 

 

Der Bus, der uns vom Terminal zum Flieger bringt, wäre in Europa schon vor Jahren verschrottet worden, tut aber hier noch gute Dienste und das Gepäck der Passagiere wird im Anhänger auch gleich mitgenommen.



Eine kleine Inlandsmaschine von Buddha-Air bringt uns dann in einer halbe Stunde nach Pokahara. Hier kann man endlich wieder normal in ein Flugzeug einsteigen.

 

Die Gepäckausgabe erfolgt in einem kleinen hübchen seperaten Gebäude und hier wird auch noch geschaut, dass jeder auch sein Gepäck wieder bekommt. Man beachte die typische Mütze, die übrigens nur Männer tragen dürfen.



Wir warten dann noch einmal eine Stunde auf unseren Abholservice, da wir bereits mit einer früheren Maschine als gebucht geflogen sind. Das war kein Problem, Plätze waren noch frei und wer kommt, fliegt mit. So ähnlich wie bei uns mit der (Eisen)bahn.



Mit dem Auto geht es dann immer auf der linken Straßenseite bei indischen Verkehrsverhältnissen ca. 30 Minuten zu einer kleinem Bootsanlegestelle am Begnas-See. Zwei Nepalis, verladen unsere Koffer in einem kleinen Boot und bringen uns dann fast geräuschlos, mit Muskelkraft getrieben auf die andere Seite des Sees, wo sich unsere Unterkunft für die nächsten 14 Tage befindet. Die Überfahrt dauert auch wieder ca. 30 Minuten und vom Seeufer ist es dann ein kurzer relativ steiler Aufstieg zu unserem kleinen Häuschen. (Die Kofferträger sind mit unseren 18 bzw. 24 kg Gepäck sicher ins Schwitzen gekommenzumal es hier recht warm und feucht ist.)



Es ist jetzt später Nachmittag. Nach über 30 Stunden Reise freuen wir uns, endlich duschen zu können, haben eine kurze Konsultation mit dem Arzt und genießen dann das leckere (hier immer) vegetarische Essen von der Terrasse mit Blick über den See. Gegen 19:00 wird es plötzlich dunkel. Bald fällt auch der Strom aus und da wir von der langen Reise erschöpft sind, fallen wir auch todmüde ins Bett.