Montag, 3. Oktober 2016

Raschötz





Dieses Jahr bin ich zum Lehrerausflug nach Südtirol mit dem Motorrad gefahren, dann habe ich die Motorradstiefel gegen die Wanderschuhe getauscht.




Die Wanderung am Samstag führte (wie im vergangenem Jahr) auf den Raschötz. Hinauf ging es mit der Standseilbahn und dann zu Fuß weiter bis zum Gipfelkreuz. 

 

Hinab entschloss ich mich, den ganzen Weg zu gehen und das war gewissermaßen auch ein Kreuzweg, denn für den Höhenunterschied von über 1000 Meter brauchte ich 1,5 Stunden und das ging ganz schön in die Knie. 
 

Dabei habe ich festgestellt, dass auf diesem Weg vom Tal bis zum Gipfel 14 holzgeschnitzte Kreuzwegstationen aufgestellt sind. 

 

Offensichtlich sind hier im Grödnertal religiöse Traditionen noch lebendig, denn an der Talstation in der kleinen Stadt St. Ulrich gibt es nicht nur einige Läden mit sakralen und profanen Holzschnitzereien, sondern man kann auch bei manchem Holzschnitzer einen Blick in die Werkstatt werfen.




Zurück nach Hause ging es diesmal wieder am Montag (3.Oktober) die alte Brennerstraße entlang und dann weiter auf kleinen Straßen, um die Blechlawine auf der Bundesstraße zu umgehen.






Sonntag, 25. September 2016

Schlegeis Alpenstraße


 

Nachdem es vergangene Woche drei Tage ununterbrochen geregnet hatte, zeigte sich das Wetter am Wochenende von seiner schönsten Seite. Mit den St.Georg-und-Michaels-Bikern drehte ich eine 3-Tages-Runde duch die Berge. 




Erich, unser roadcaptain (nicht mit Rotkäppchen zu verwechseln :-) ) hatte eine schöne tour zusammengestellt: Auf schmalen Straßen ging es am Freitag nachmittag von Augsburg durch das fünf-Seen-Land zur Klosterschänke Reutberg und dann über den Tatzelwurm zum Berghotel Sudelfeld, welches auf 1100 m Höhe liegt.





Am Samstag hatten wir dann das Vergnügen mit den beschissenen Straßen, da in vielen Orten Almabtrieb war. Das bremste uns zwar ein wenig aus, verschmutzte unsere schönen Mopeds und verunsicherte uns beim Fahren auf den engen Straßen, wenn wir den Kuhfladen ausweichen wollten. Trotzdem erreichten wir wohlerhalten unser Tagesziel, die Dominikushütte auf 1800 Meter Höhe am Ende der Schlegeis Alpenstraße.



Unser Guide sieht hier etwas geschafft aus ;-) aber nach einem „Stiefelbier“ geht es uns allen wieder besser. 

 

Da die Hütte noch voll ist, müssen wir noch etwas an der frischen (und langsam kälter werdenden) Luft sitzen. Dafür macht uns der Wirt ein Feuer und seine Frau spendiert uns einen Obstler.




Schnell wird es dunkel und nachts erleben wir hier einen fantastischen Sternhimmel.


 


Sonntag morgen geht es zunächst erst abwärts ins Zillertal und dann die Zillertaler Höhenstraße wieder hinauf auf 2000 Meter. Eine Traumstraße für jeden Biker.





Nach ca. 790 km sind wir wieder gut daheim angekommen. Danke und ein Hoch auf unseren tourguide.




Sonntag, 11. September 2016

Heilige Stiege in Niederschönenfeld


 

Am 2.Sonntag im September feiert die Gemeinde in Niederschönenfeld das Kreuzfest (14.9. = Kreuzerhöhung) und aus diesem Grund ist nach dem Gottesdienst einmal im Jahr die Heilige Stiege, die zur Kapelle in der Justizvollzugsanstalt führt, geöffnet.






„Die Kapelle wird als Gefängniskirche genutzt und ist seit 1875 für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Damals wurde die heilige Kreuzreliquie, die durch das „Wunder von Niederschönenfeld“ Berühmtheit erlangte, vom Hochaltar der Wallfahrtskapelle in einen Glasschrein des nördlichen Seitenaltars gebracht.





Die Kapelle erreicht man über 22 Stufen einer „Heiligen Stiege“. Dann durchschreitet man die zwei Flügel einer hölzernen Tür mit den Bildnissen der Heiligen Legardis, Antonia, Elisabeta und Theresia und kann durch ein deckenhohes metallenes Gitter den Innenraum betrachten.



 
Er gilt als einer der originellsten Kirchenräume des mittleren 17. Jahrhunderts in Bayern. Auffällig ist die umlaufende Nonnenempore über gemauerten Bögen. Die Einmaligkeit, nicht nur der Klosterkirche, sondern auch der Kapelle, liegt aber in Baumeister Constantin Paders Stuckdekoration: Die Wände sind mit Blattbändern und stilisierten Blatt- und Blumenformen verziert. Die Stuckdekoration ist der „Ruhm von Niederschönenfeld“ Dieser großfigürliche Stuck ist ein Merkmal der Münchner Stuckatorentradition. Wenn vom „Ruhm von Niederschönenfeld“ die Rede ist, dann ist damit zunächst einmal die Stuckdekoration gemeint.





Kunstgeschichtlich besonders wertvoll sind am oberen Ende der Heiligen Stiege Maria mit dem Leichnam Jesu, flankiert von zwei Engeln mit Schweißtuch, Lanze und Essigschwamm aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.“


Manfred Arloth in Augsburger Allgemeie vom 10. September 2013

Freitag, 26. August 2016

Stralsund - letzte Reise


Vergangene Woche war ich noch einmal drei Tage an der Ostsee. Meine Tante, die nun nach einem längerem Aufenthalt im Hospitz gestorben war, wurde am 19.8.2016 zur See bestattet. Wir begleiteten sie auf ihrer letzten Reise. 

 
Nachdem die Urne (die übrigens aus Salz besteht, damit sie sich nach spätestens drei Wochen auflöst) zu Wasser gelassen wurde, umkreiste das Schiff die Stelle noch drei Mal mit einem langen Hupton, der leise beginnend immer lauter wurde. 


Dann schwammen nur noch unsere Blumen an dieser Stelle im Meer.


Möge sie ruhen in Frieden. „und am Ende, ganz am Ende, wird das Meer in der Erinnerung blau sein.“ (Rainer Kunze)


PS.: von Stralsund ging es weiter nach Erfurt, wo wir auf der nächsten Bestattung waren: eine liebe Freundin starb mit 58 Jahren an dem Tag, an dem sie zum zweiten Mal heiraten wollte. Ihr noch-nicht-Ehemann war ein halbes Jahr zuvor verstorben und an dem geplanten Hochzeitstag war sie bei Freunden zum Abendessen. Dabei verschluckte sie sich und erstickte. 

Zum Paradies mögen Engel dich geleiten,
die heiligen Märtyrer dich begrüßen
und dich führen in die heilige Stadt Jerusalem.
Die Chöre der Engel mögen dich empfangen,
und durch Christus, der für dich gestorben,
soll ewiges Leben dich erfreuen.

Donnerstag, 21. Juli 2016

Kathmandu





„Kathmandu, das klingt nach Morgenröte und schneeweißen Gipfeln, nach Selbstfindung bei Sonnenaufgang, nach Cat Stevens in Schlaghosen, der mit einem Haufen kiffender Blumenkinder am Feuer sitzt und an seiner Gitarre zupft, We’ll start a fire, white warm light the dawn, und dann die Hippies im Refrain: Kathmandu, I’ll soon be seein’ you . 

 
Von wegen. Vierzig Jahre nachdem die Regierung von Nepal Cannabis verboten und die Hippies vergrault hat, klingt Kathmandu vor allem nach dem Hupen, das von früh bis spät durch die schmalen Häuserschluchten dröhnt. Unentwegt zwängt sich der Verkehr durch die Gassen – Busse, Taxis, Rikschas, Fahrräder und Tausende Motorräder, im Slalom schlängeln sie sich an Passanten mit Atemmasken oder Reizhusten vorbei. 


In den kurzen Momenten, in denen sich die Abgase verziehen, steigt ein Gemisch aus Räucherstäbchen, Masala und Kloake in die Nase, je nach Straßenecke variiert mit Fisch, Ziege oder Wildschwein, grob zerteilt und ungekühlt. Vom Himalaya ist durch die blauen Schwaden nichts zu sehen, die Sonne ist kaum mehr als ein Glimmen. Statt sich selbst zu finden, verliert man sich in einem Labyrinth namenloser Gassen; statt Erleuchtung gibt es täglich zwölf Stunden Stromausfall. … 

 
Hat man gelernt, das Hupen nicht in seinen Geist zu lassen und nicht jedem Motorrad aus dem Weg zu springen, beginnt man, die Schönheit im Chaos zu entdecken. In den Rikschas, die so viele Teppichrollen geladen haben, dass sie in den Gassen stecken bleiben. In den Frauen, die Palmblattschalen mit Reis und Joghurt zu den Tempeln am Straßenrand tragen und heilige Halbelefanten mit Ringelblumenketten behängen. In den Kälbern, die verehrt und abgemagert durch die Menge trotten. Sogar in den Tauben, die den Pagodendächern eine weißgraue Patina geben, aber nicht verscheucht, sondern gefüttert werden, weil das die Chance auf eine günstige Wiedergeburt erhöht.“



(Von Julius Schophoff in DIE ZEIT Nr. 10/2014)



Bisher haben wir schon einiges entdeckt: Bhaktapur mit dem alten Königspalast und dem Tempel am Durbar Square; 

Pashupatinath mit dem hinduistischen Tempel und den Ghats, d.h. den Badeanlagen am Fluss an denen auch Leichen verbrannt werden;




Sowie Bodhnat mit dem Stupa, der für die Buddhisten eine wichtige Pilgerstätte ist. Leider sind die Erdbebenschäden vom letzten Jahr noch nicht alle beseitigt, und so konnten wir die Augen Buddhas am Stupa nicht sehen. :-( 


Bevor wir morgen wieder in Richtung Heimat aufbrechen, werden wir noch das Flair hier in Lalitpur erkunden und genießen. Gesehen und erlebt haben wir viel und ich freue mich schon darauf, die vielen Eindrücke zu verarbeiten.




Mittwoch, 20. Juli 2016

Transportmittel in Nepal




In Nepal gibt es keine Eisenbahn, es gibt auch keine Straßenbahnen oder andere Schienenfahrzeuge, es gibt keine U-Bahn in der Millionenstadt Kathmandu, sondern alles ist auf der Straße unterwegs und die Straßen sind meist nur bessere Feldwege mit unzähligen und und z.T. sehr tiefen Löchern.



Man kann im Land mit dem Bus fahren, aber wir haben diesmal darauf verzichtet. Zum einen ist es uns nicht gelungen irgendwelche Fahrpläne ausfindig zu machen und zum anderen haben wir auch keine Haltestellen entdeckt. Vom Gedränge im Bus einmal ganz abgesehen.



 Von Pokhara zurück nach Kathmandu hat uns diesmal ein Taxi gebracht. (Das war im Reisepreis inbegriffen.) Und da wir für die knapp 200 km über sechs Stunden gebraucht haben, ist der Taxifahrer schon am Vortag angereist.




Unterwegs sind uns verschiedene andere Fahrzeuge begegnet: Schön und individuell bemalt sind hier im Lande die Lastkraftwagen. PS: hier ist übrigens Linksverkehr! d.h. es wird in der Regel rechts überholt.





Auch auf Traktoren oder mit kleinen Mini-Traktoren kann man lange Strecken zurücklegen.




Neben den vielen Autos sind hier auf den Straßen unzählige Mopeds unterwegs.






Das billigste Transportmittel jedoch ist das Fahrrad. Auf ihm kann man so gut wie alles transportieren.







Sonntag, 17. Juli 2016

Kaffee arabica



So sehen die grünen Kaffeebohnen aus bevor sie geerntet und geröstet werden. Entdeckt haben wir sie in einem kleinen Familienbetrieb, der hier in Nepal in steilster Hanglage ein paar Kaffeesträucher hat und damit sogar jährlich 4 Tonnen reinen Bio-Kaffee produziert, also ohne Pestizide und ohne irgendwelchen Füllstoffe im Kaffeepulver.



Geröstet wurde der Kaffee lange Zeit auf einem großen Blech über offenem Feuer, seit zwei Jahren hat der Besitzer endlich eine eigene Röstmaschine.



Und so sieht seine erste Kaffeemühle aus:



Wir kaufen ein paar Tüten von dem total leckeren Kaffee, die der Besitzer extra für uns frisch abfüllt und dann von Hand etikettiert;und wir freuen uns darauf, diesen Kaffee zu genießen, wenn wir wieder daheim sind.