Sonntag, 26. Juli 2020

Domstufenfestspiele


Mit dem ICE schafften wir es in weniger als 3 Stunden von Augsburg nach Erfurt zu fahren.

Der Grund unserer Reise waren wieder die Domstufenfestspiele, die unter Corona-Bedingungen dieses Jahr mit einem „Sparprogramm“ stattfanden. Aber immerhin.


Statt der ursprünglich geplanten Aufführung von Nabucco sahen wir einen bunten Operettenquerschnitt unter dem Titel „In 80 Minuten um die Welt“. Die Aufführung an den Domstufen besuchten wir am 129 Tag der Corona-Pandemie. Daher gibt es dieses Jahr nur 500 statt 2000 Plätze auf der Zuschauertribühne und diese mit dem notwendigen Abstand. Aber mit der eindrucksvollen Kulisse des Domes, der nicht nur in verschiedenen Farben beleuchtet war, sondern auch als Projektionsfläche von animierten Bildern dienste, wurde der Abend auch dieses Jahr ein schönes Erlebnis.


Zuvor hatten wir noch eine Begegnung mit Juri-Gagarin, der an diesen überdimensionalen Wandbild am Juri-Gagarin-Ring dargestellt ist. Auch Bernd das Brot haben wir später getroffen.


Die Zahl der mit dem Corona-Virus Infizierten steigt unterdessen auch in Deutschland wieder schneller und es gibt immer neue Corona Ausbrüche und Hotspots. Den Menschen fällt es zunehmend schwerer, sich an die Abstandsregeln zu halten und den Mund-Nase-Schutz zu tragen. Daher sind wir jetzt in Deutschland bei 200 000 Infektionen angekommen und haben über 9000 Tote mit dem Virus zu beklagen. Weltweit kommen täglich über 3000 Todesfälle dazu.



Sonntag, 28. Juni 2020

Mödlareuth



Ich habe es mal wieder geschafft, meine Eltern in Radeberg mit dem Motorrad zu besuchen.


Die Hinfahrt war in zwei Etappen, da ich bei Wolfgang in Pegnitz übernachten konnte. In der Stadt Pegnitz entspringt der gleichnamige Fluss in einer kleinen Karstquelle.


Die Tour bis dahin war sehr entspannt und führte mich über den Poppberg und durch Tabernackel.


Am nächsten Tag ging es dann durchs Erzgebirge durch Gottesberg


und anschließend wieder durch den Geburtsort des ersten Deutschen Kosmonauten Siegmund Jähn.


Als ich vor 2 Jahren durch den Ort fuhr, hatte er noch gelebt.


Kurz nach dem Schwippbogen in Johanngeorgenstadt wunderte ich mich über die vielen Verkäufer und Buden am Straßenrand, die mir unmissverständlich klar machten, dass ich mich plötzlich nicht mehr in Deutschland, sondern in Tschechien befand.


Okay, dachte ich mir, probieren wir es aus, eine Erste-Hilfe-Tasche und einen Satz Ersatzsicherungen, die hier auch für Motorradfahrer vorgeschrieben sind, hatte ich dabei. Die Landschaft war wunderschön, allerdings hatte ich zunächst überhaupt keine Ahnung, wo ich mich überhaupt befand. Die Karte auf meinem Tankrucksack hatte ich schon umgeblättert und die Verkehrsschilder halfen mir auch nicht weiter.


Da ich nun schon mal im Ausland gelandet war, traute ich mich nun, auch weiter durch die Tschechei zu fahren. Die Herausforderung bestand allerdings weniger darin, dass ich diese Sprache weder verstehe noch spreche, sondern dass es anfing zu regnen und dass Straße einmal plötzlich autobahnmäßig ausgebaut war (da dürfen Motorräder auch ohne Vigniette fahren) und dann auf einmal an einer Ampel oder im Kreisverkehr endete. Dass ich wieder über eine Grenze gefahren bin, habe ich nur daran gemerkt, dass die Geschwindigkeit auf der Autobahn auf 60 km/h reduziert wurde und mir 2 Zöllner hinterherschauten als ich im Regen an ihnen vorbeifuhr. Gegen 18:00 Uhr erreichte ich mein Ziel und blieb drei Tage bei meinen Eltern.

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Auf dem Rückweg nach Augsburg machte ich nach ca. 200 km Stopp am Tannbach der durch Mödlareuth fließt.


Eine Mauer hatte damals nicht nur das kleine Dörfchen hier, sondern ganz Deutschland 28 Jahre lang in Ost und West getrennt und jetzt ist diese Mauer schon mehr als 30 Jahre verschwunden. Den ganzen Museumskomplex anzuschauen hatte ich nicht die Zeit, da noch 300 km vor mir lagen, aber ich nahm mir die Zeit, im Schatten dieser ehemaligen Mauer auf einer Bank zu sitzen, meine belegten Brote zu essen und über die Absurdität dieser Mauer nachzudenken, bevor es wieder nach Hause ging.



PS. Der Johannistag war der Tag 100 der Coronakrise, weltweit ist die Zahl der Infektionen auf 10 Millionen gestiegen und es gibt eine halbe Million Tote.

Samstag, 13. Juni 2020

Biberachs Herrgöttle




20 km nördlich von Augsburg liegt die kleine Marktgemeinde Biberbach mit 3500 Einwohnern (nicht zu verwechseln mit dem baden-württembergischen Biberach). Die hiesigen Pfarrkirche ist eine Station auf dem Jakobsweg.


Die Kirche ist ein echtes Barockjuwel, an dem große Meister ihre Kunst bewiesen: Dominikus Zimmermann als Architekt, Balthasar Riepp als Maler und Franz Xaver Feuchtmayer als Stuckateur.


Bekannt ist die Kirche durch das soganannte  "Herrgöttle", zu dem seit über 300 Jahren die Menschen pilgern. Zur Überraschung ist dieses "Herrgöttle" allerdings nicht ein kleines, bescheidenes Gnadenbild, sondern ein hölzernes, romanisches Kreuz von beachtlicher Größe. Es ist über zwei Meter hoch und mit einer Armspannweite von ähnlich beeindruckenden Ausmaßen.


Jesus, der Gekeuzigte, lässt den Kopf nicht hängen, sondern blickt den Besuchern fast aufmunternd entgegen. Es heißt ja auch: "Wer dem Liaben Herrgöttle von Biberbach in die Augen schaut, dem schaut das Herrgöttle ins Herz".


Ich habe das „Herrgöttle“ am 88. Tag der Corona-Krise besucht.  Die Infektionszahlen und Todesfälle in Deutschland sind jetzt nahezu konstant und steigen kaum noch. Weltweit haben wir aber weiterhin wachsende Zahlen und sind jetzt bei 7,7 Mill. Infektionen angekommen und haben über 428 000 Tote zu beklagen.

Mittwoch, 3. Juni 2020

mein Arbeitsweg


Bei schönem Wetter fahre ich mit dem Fahrrad zur Arbeit. Das sind 18 km und fast die gesamte Strecke führt mich am Fluss entlang.


Vom Haus aus fahre ich einen kleinen Berg hinab und schon bin ich an der Wertach. Zunächst geht es über eine kleine Fußgängerbrücke, deren Geländer voll mit „Liebesschlössern“ behangen ist. Wie schön. 



Dann führt mich der Weg immer an der Wertach entlang. Die Wertach war bis vor etwa 150 Jahren ein weit verzweigter alpiner Wildfluss mit ausgedehnten Kiesbänken. Vor 150 Jahren hatte man begonnen den Fluss zu begradigen. Dadurch erhöhte sich jedoch die Abflussgeschwindigkeit und die Wertach tiefte sich mehr und mehr ein und war nur noch ein verbautes Gerinne. Das wurde seit 1997 mit dem Projekt „Wertach vital“ wieder rückgängig gemacht. Die Wertach erhielt hier ihre Natürlichkeit zurück und ist nun ein beliebtes Naherholungsgebiet. 


So führt mich der Fluss unbemerkt durch die Stadt. Nur drei Mal muss ich auf meinem Weg eine Straße überqueren, eine einzige Ampel habe ich auf der gesamten Strecke.

 
Am nördlich Ende von Augsburg mündet die Wertach dann in den Lech. An dieser Stelle verrät mir ein Fahrradwegweiser, dass es zurück bis zum Wertachursprung Oberjoch 146 km und geradeaus weiter bis Donauwörth 28 km sind.


PS. ein paar Tage später sieht die gleiche Stelle so aus, nachdem es in den vergangenen Tagen gut geregnet hat.


Das hat sogar ein paar Kanufahrer auf die Wertach gelockt, wo ich bisher noch nie welche gesehen habe.
 


Bevor ich unter der Autobahn hindurchradle, komme ich am Augsburger Klärwerk vorbei, wo das gesamte Abwasser von Augsburg gereinigt wird. Das ist das Abwasser von 350 000 Einwohnern sowie Industrie und Gewerbe. Die Zulaufmenge beträgt im Durchschnitt 1-2 m³/s, das sind im Jahr 50 Mill m³.



Weiter geht es dann am Lechkanal und teilweise direkt auf dem Damm entlang. Wenn ich die Clariant-Werke hinter mir gelassen habe, dann habe ich es gleich geschafft.


Kurz bevor ich mein Ziel erreiche, komme ich noch an an diesem Hügel vorbei, an dem zur Zeit tausende Mohnblumen blühen.


Gleich dahinter "begrüßt" mich dieses Schild vor meiner Arbeitsstelle, um mir zu sagen, wo hier der Wind weht. Aber ich weiß, nach ein paar Stunden kann ich die gleiche schöne Strecke wieder nach Hause zurück fahren.



Sonntag, 31. Mai 2020

Pfingsten


Dieses Kirchenfenster entdeckte ich gestern beim Verlassen der Kirche „St. Max(imilian)“ in Augsburg. Die Aufnahme ist etwas verschwommen, aber das ist nicht schlecht, denn das, was wir mit dem „Heiligen Geist“ bezeichnen, lässt sich auch nur schwer in klare Worte fassen. Es sind immer Umschreibungen für Etwas, das wir seinem Wirken zuschreiben. Momentan könnten wir dies auch gut gebrauchen, aber wollen es nicht sehen oder verschließen unsere Türen, so wie es auch die Freunde von Jesus nach seinem Tod gemacht haben.


In die Kirche bin ich gegangen, als ich Moni in die Notaufnahme des Vinzentinums gebracht habe. In der momentanen Pandemie dürfen da nur die Patienten selbst hinein und ich musste draußen warten. Immerhin hatten wir eine Empfehlung des Arztes, der am Morgen bei uns war. Da Moni Fieber hatte und wahrscheinlich irgendeinen (gewöhnlichen) Infekt, habe ich (am Samstag) bei der Kassenärztlichen Vereinigung angerufen und einen Arzt bestellt. Dieser kam dann auch nach 2 Stunden, aber nicht wie gewöhnlich bis zum Bett der Kranken sondern nur bis vor die Haustüre, hat einen Corona-Test gemacht und ist wieder verschwunden. Danach waren wir genau so schlau wie vorher, so dass wir eben mit seiner Empfehlung in die Notaufnahme gefahren sind. Die Corona-Testergebnisse kommen frühestens in einer Woche, aber unterdessen geht es Monika schon wieder besser, nachdem sie ausgiebig geschlafen und getrunken hat,(bügelt sie heute bereits wieder die Wäsche). :-)


Gut, dass es Menschen gibt, die sich nach dem Ideal des Heiligen Vinzenz von
Paul (LIEBE sei TAT) aktiv um andere Menschen kümmern. Gerade um die, die es brauchen und gerade in Zeiten der Not. 



Das ist eher im Sinn unseres Glaubens, anstatt sich hinter verschlossene Türen zurückzuziehen (und nur stellvertretend für andere zu beten). Vielleicht würde dann auch etwas von dieser geheimnisvollen Kraft spürbar oder sichtbar, welche wir mit dem Symbol einer Taube kennzeichnen, die ich in der Kirche nebenan als Deckengemälde entdeckt habe.



Sei du die Kraft
Wenn uns die Kräfte verlassen
                      Sei du die Kraft, Heiliger Geist

Wenn uns Krankheit schwächt
                      Sei du die Heilung, Heiliger Geist

Wenn uns Fragen plagen
                      Sei du die Antwort, Heiliger Geist

Wenn uns Sorgen quälen
                     Sei du die Zuversicht, Heiliger Geist

Wenn alles hoffnungslos erscheint
                    Sei du ein neuer Anfang, Heiliger Geist

Wenn der Tod naht
                    sei du das Leben, Heiliger Geist

(Anton Rotzetter)


Heute ist der 76. Tag der Corona-Krise. Es gibt jetzt 183 300 Infizierte und 8540 Todesfälle in Deutschland.
Gott sei Dank steigen die Zahlen bei uns unterdessen ganz langsam, was wiederum zu Demonstrationen für weitere Lockerungen führt, aber schauen wir nach Brasilien oder in die USA, wo derzeit täglich über 20 000 Neuinfektionen gemeldet werden, dann wissen wir, dass die Pandemie noch nicht vorbei ist.

PS. Das Corona-Testergebnis von Monika kam bereits nach 2 Tagen am Pfingstmontag: negativ - also kein Corona. :-)

Samstag, 23. Mai 2020

Hutberg



Auf dem Hutberg nahe der Stadt Kamenz in Sachsen, gibt es einen Rhododendronpark, der 1893 von Wilhelm Weiße angelegt worden ist und in dem über 160 verschiedene Gehölzarten zu finden sind. 


Es ist eine Freude durch die Parkanlage zu gehen, wenn der Rhododendron und die Azaleen in den prächtigsten Farben blühen. 



„Öffne Augen und Herz und vernimm dankbar die gewaltige Sprache, die Natur und Pflanzenleben zu Dir redet“
(Wilhelm Weiße)



Donnerstag, 21. Mai 2020

Himmelkron



Letztes Wochenende bin ich zu meinen Eltern gefahren, da diese einen Autounfall hatten. Gott sei Dank ist ihnen nichts passiert, nur das Auto gibt es jetzt nicht mehr. :-(


Auf dem Rückweg habe ich einen Stopp an der Autobahnkirche in Himmelkron gemacht.
Vor der Kirche befindet sich ein Labyrinth, welches eine Nachbildung des Labyrinths der Kathedrale von Chartres ist. 

Auf einer Tafel neben dem Labyrinth steht folgender Text:

„Es gibt einen Anfang und ein Ziel.
Es gibt immer einen Weg.
Ich will den Weg gehen bis zum Ziel
ich will nicht aufgeben.
Im Leben gibt es Höhen und Tiefen,
im Labyrinth Nähe und Ferne.
Ich muss oft umkehren,
aber ich darf wieder weitergehen.
So komme ich ans Ziel.
Die Liebe ist der Weg und das Ziel...“



Bevor ich mich wieder auf den Weg gemacht habe, habe ich den zweiten Stempel in mein neues Pilgerbuch gedrückt.

Heute ist der 66. Tag der Corona-Krise. Wir leben unterdessen mit dem Virus, tragen Mundschutz und verdrängen die Gefahr aber die Zahlen steigen weiter. Es gibt jetzt 178 700 Infizierte und 8203 Todesfälle in Deutschland.

Sonntag, 3. Mai 2020

Virologie im Mai


  

Eine Maske soll vor Viren schützen. Mancher Virus ist gefährlich, mancher ist tödlich. Daher müssen wir weiterhin aufmerksam und vorsichtig sein. Heute ist der 48. Tag der Krise und wir haben jetzt 165 000 Infizierte und 6812 Todesfälle in Deutschland.
Neben dem Corona-Virus kommen in diesen Tagen auch wieder andere Viren zum Vorschein, die uns krankmachen. Da wäre z.B. der Virus der Herzenskälte und Rücksichtslosigkeit, oder der Virus der Habgier und Raffgier (der für den Ausverkauf von Toilettenpapier und Hefe gesorgt hat). Papst Franziskus spricht vom Virus eines gleichgültigen Egoismus und nach Meinung des Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel gibt es auch den Virus einer säkularen Entchristlichung.


Gegen alle diese Viren helfen dann keine Masken mehr, sondern die einzige (und gute) Medizin, die wir haben, ist unsere Solidarität miteinander. Ein froher Osterglauben kann dabei unterstützend wirken. Halleluja.


Sonntag, 26. April 2020

gelbes Meer



Der Raps blüht bereits - fast unbemerkt, da wir immer noch alle daheim bleiben sollen. Es war ein tolles Gefühl in diesen Duft einzutauchen. Wie geht es wohl weiter, bzw. wohin führt uns der Weg?




Heute ist der 41. Tag der Krise und wir haben jetzt 157 000 Infizierte und 5913 Todesfälle in Deutschland. Ab morgen gibt es bundesweit eine Maskenpflicht.


Aber nicht nur der Raps blüht und duftet, sondern auch der Flieder. Karl Kraus hat am Ende des Ersten Weltkrieges dazu folgende Zeilen geschrieben:


Nun weiß ich doch, 's ist Frühling wieder. Ich sah es nicht vor so viel Nacht und lange hatt' ich's nicht gedacht. Nun merk' ich erst, schon blüht der Flieder.


Wie fand ich das Geheimnis wieder? Man hatte mich darum gebracht. Was hat die Welt aus uns gemacht! Ich dreh' mich um, da blüht der Flieder.

Und danke Gott, er schuf mich wieder, indem er wiederschuf die Pracht. Sie anzuschauen aufgewacht, so bleib' ich stehn. Noch blüht der Flieder.