Mittwoch, 29. September 2021

Kloster Neustift

 


Heute feiern wir wieder das Fest des Hl. Michael und heute ist er mir an der Engelsburg im Kloster Neustift begegnet.


 Seit einigen Jahren fahren ein paar Lehrer von der Schule an der ich auch einmal unterrichtet habe, zum Törgelen nach Südtirol. Gestern sind wir mit der Bergbahn hinauf zur Plose gefahren und von dort den Brixener Höhenwanderweg zur Ochsenalm und zurück gewandert. 

 


Hinab bin ich dann mit 4 anderen Wagemutigen nicht in der Seilbahn, sondern in einer Art BobbyCar für Erwachsene gefahren. Es waren 1000 Höhenmeter hinab, die wir in 20 Minuten zurücklegten. Hat total Spaß gemacht.


Ein paar Tage zuvor habe ich den Erzengel in der Kirche von Ottmaring entdeckt:

 


Einmal am Hochaltar und dann auch auf dem Deckengemälde.


 

Sonntag, 26. September 2021

7000 Eichen

 



Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung 

ist ein Landschaftskunstwerk von Josef Beuys. Ich bin vergangenes Wochenende zufällig darauf gestoßen, als wir zu Besuch bei meinem Schwager in Kassel waren (Er ist an Stirnhöhlenkrebs erkrankt und liegt derzeit dort im Krankenhaus). 

 


Bei einem kurzen Einkaufsstopp entdeckte ich einen Basaltsein neben einer Eiche am Straßenrand und dieser verriet mir die Herkunft der Eiche:



Beuys pflanzte seit 1982 mit der Hilfe von freiwilligen Helfern im Verlauf mehrerer Jahre 7000 Bäume zusammen mit jeweils einem begleitenden Basaltstein an unterschiedlichen Standorten in Kassel. Das Projekt war im Hinblick auf die allgemeine Verstädterung eine umfangreiche künstlerische und ökologische Intervention mit dem Ziel, den urbanen Lebensraum nachhaltig zu verändern. (vgl. Wikipedia)

Nach dem Einkaufsstopp fuhren wir auf die Wilhelmshöhe mit diesem tollen Ausblick:






Samstag, 11. September 2021

Michael auf Thassos

Unseren Sommerurlaub verbrachten wir diesmal 10 Tage lang zusammen mit 2 weiteren befreundeten Paaren auf der Insel Thassos, dem „Smaragd der Ägäis“ in Griechenland, wo wir uns gut erholten.



Hier begegnete mir zweimal der Erzengel Michael: Einmal in dem kleinen Kloster Panagouda, welches von einem einzigen Mönch bewohnt wird. 


 

Diese Kirche ist im Inneren mit wunderschönen Fresken ausgemalt, unter anderem mit diesem Fresko des Erzengels.




Das zweite Mal ist mir der Erzengel im gleichnamigen Nonnenkloster begegnen, welches festungsartig hoch über einem Steilhang direkt am Meer liegt. 

 


Das Kloster wird von ca. 30 Nonnen bewohnt und nur ein kleiner Teil der Anlage ist für die Besucher zugänglich. Von der Terrasse hat man einen geradezu grandiosen Ausblick, bei schönem Wetter sogar bis zum Athos.


 

Über dem Torbogen des Eingangs wacht der Erzengel mit seinem Schwert.


 

In einem kleinen, verschlossenen Raum hingen neben dem Bild es Erzengels mehrere Schwerter. Es hätte mich interessiert, ob diese Schwerter als Votivgaben zum Dank für gewonnene Schlachten hierher gebracht worden, so wie die vielen Votivtafeln in anderen Wallfahrtsorten. Getreu dem Motto: Diese Schlacht (vielleicht auch gegen den inneren Schweinehund) habe ich mit Hilfe des Erzengel Michael gewonnen und stifte ihm nun zum Dank dieses Schwert.

 


Etwas südlich vom Kloster befindet sich ein ganz besonderer Badeplatz der Insel. 

 


Es ist das Naturschwimmbecken Giola, eine Vertiefung im Felsen, die vom Wasser der Brandung gespeist wird, viele Touristen anzieht und „Auge des Zeus“ genannt wird.


 

Diese einzelne Sonnenblume stand direkt am Strand hinter den Liegestühlen. Entdeckt hat sie Monika beim Spaziergang am Morgen, bevor der Strand von den Touristen bevölkert wurde.






Sonntag, 8. August 2021

Friedenstafel

 

 



Auch in diesem Jahr konnte die Friedenstafel zum Augsburger Friedensfest coronabedingt nicht auf dem Rathausplatz stattfinden. Um so schöner war es, sich im Freundeskreis wieder im Wittelsbacher Park zu einem gemeinsamen Picknick zu treffen. 

Und da wir die Einzigen auf der großen Wiese waren, haben wir es in diesem Jahr sogar in die Zeitung geschafft.


 


Sonntag, 1. August 2021

Monte Scherbelino

 



Auch in Augsburg kann man eine Bergtour machen. Nämlich 55 Meter hinauf auf die ehemalige Mülldeponie.

Mit Schutt aus dem Zweiten Weltkrieg nahm die Deponie ihren Anfang und bis 1994 wanderte der Hausmüll der Augsburger hierher. Jetzt können die Augsburger auf ihrem ehemaligen Müll spazieren gehen, denn über dem Müll befindet sich eine über zwei Meter dicke Schicht aus Lehm, Folien, Kies und Erde. Daher können hier nun Bäume und Gräser wachsen und so wurde aus der ehemaligen Deponie ein durchaus schönes Ausflugsziel auf dem sogar ein Gipfelkreuz steht.


 

Mittwoch, 28. Juli 2021

Mural „Eine Hand für_sorgt die andere!“

 


Seit heute gibt es an meiner Straßenbahnhaltestelle eine neue große Wandmalerei, d.h. ein sogenanntes Mural. Dieses ist im Zuge des Augsburger Friedensfestes entstanden, welches in diesem Jahr unter dem Thema „Für Sorge“ steht. Gemalt hat es der Graffiti-Künstler Daniel Döbner, der sich hier bildhaft mit der verbindenden Kraft der Fürsorge auseinandersetzt.


Der Kreis aus Händen an der Hauswand steht als ein Symbol für den stets wiederkehrenden Zyklus der Fürsorge von Generation zu Generation und über Grenzen und Nationen hinaus. Hände tragen, stützen, retten, beruhigen, leiten, wärmen, wehren, teilen und gestikulieren. Sie sind ein Symbol für unermessliche Vielfalt! Ohne sie wäre Fürsorge nicht möglich.

Sonntag, 25. Juli 2021

Erfurt

 


Momentan lohnt es sich gleich 2x nach Erfurt zu fahren. Zum Ersten, da derzeit die Bundesgartenschau einlädt, eine wundervolle Blütenpracht zu bestaunen.




Leider war die Zeit für mich dazu zu kurz, so dass ich hoffe, bis zum Herbst noch einmal dahin zu reisen.



Der zweite und eigentliche Grund unseres Besuches waren wieder die Domstufenfestspiele. Vor der beeindruckenden Kulisse des Erfurter Domes haben wir dieses Jahr „Die Jungfrau von Orleans“ von P. Tschaikowski gesehen.



Die Bühne war diesmal eine einfach aber geniale Kopie der Domstufen, die in den Himmel hinaufgebogen waren und so eine Trennung zwischen der himmlischen und der irdischen Welt darstellten. Nur der Chor der Engel konnte durch 3 Türen von der einen zur anderen Seite gelangen.


Bevor die heilige Johanna im Kampf auf ihren Widersacher traf (in den sie sich verliebt) leuchteten die Domstufen in den Farben der Regenbogenflagge – ein kurzer Hinweis auf die Homosexualität des Komponisten. Auf der Bühne stehen sich dann zwei Krieger gegenüber. Dass einer eine Frau ist wird erst deutlich, als er seinen Helm abnimmt…



In der heutigen Zeit ist das nicht mehr das Problem, da kann es auch vorkommen, dass sich zwei (Erfurter) Polizisten mögen.

 


Beeindruckend war die Schlussszene, in der Johanna auf dem Scheiterhaufen stirbt. Die Feuerflammen wurden durch den Schriftzug „Johanna“ versinnbildlicht, der sich in verschiedenen Sprachen immer mehr ausbreitete und vervielfältigte, bis die gesamte Kulisse loderte.




Freitag, 9. Juli 2021

Glasarche

 




Vor dem Augsburger Dom ist momentan ein Boot gestrandet. Es ist die „Glasarche 3“, die durch Deutschland tourt und schon an vielen anderen Standorten Halt gemacht hat. Sie ist ein Kunst- und Kommunikationsobjekt und reist durch Deutschland, um die Botschaft zu verkünden, dass der Natur- und Kulturschutz in unseren Händen liegt:



Ein gläsernes Boot, eine Arche, die uns die Zerbrechlichkeit der Natur bewusstmachen will und uns gleichzeitig daran erinnert, dass wir ja alle in einem Boot sitzen.



Nachdem die biblische Arche gestrandet war, setzte Gott seinen Bogen in die Wolken als Zeichen seines Bundes mit uns Menschen und dieser Bogen zeigte sich heute am Abend kurz wieder. :-)

Steht der Bogen in den Wolken, so werde ich auf ihn sehen und des ewigen Bundes gedenken zwischen Gott und allen lebenden Wesen, allen Wesen aus Fleisch auf der Erde.“ Gen. 9,16

 

hier weitere Infos zur glasarche 



PS. Schlagzeile des Tages: Politiker diskutieren über Strafen für „Impfschwänzer“. Wenn Menschen zu ihren Impfterminen nicht erscheinen, kann es sein, dass der Impfstoff schließlich im Müll landet. Einige Politiker fordern daher Geldbußen für "Impfschwänzer".

Freitag, 25. Juni 2021

Maria Waldrast

 



Vergangene Woche war ich zu einer Tagung im Bildungshaus St. Michael in der Nähe von Matrei am Brenner. Jeden Abend saßen wir bei einem kühlen Getränk vor dem Haus und beobachteten das Spiel der Wolken in den Bergen, was mich immer wieder beeindruckte.


 

Am Johannistag machten wir einen Ausflug zum Kloster Maria Waldrast, welches auf ca.1600 Meter Höhe am Fuße der Serles (bzw. Waldrastspitze, 2718 m) liegt. Hier ein Blick ins Innere der Kirche, wo wir Gottesdienst feierten.

 


Ein Geheimtipp ist die Hängebrücke, die mit einer Länge von 150 Metern in einer Höhe von 50 Metern über die Stillschlucht im Wipptal führt.

 


Auf dem Friedhof in Matrei gibt es fast auf jedem Grab ein wunderschönes Metallkreuz zu bewundern.




Und dann habe ich noch dieses Auto entdeckt, welches eine hervorragende Umweltbilanz hat. :-)




Sonntag, 20. Juni 2021

Im Gefängnis


so lautet der Titel einer Ausstellung, die momentan im Hygienemuseum Dresden gezeigt wird und die ich mir bei meinem letzten Besuch dort angeschaut habe. Hier ein paar Fotos und dazu ein paar Zitate aus dem Ausstellungskatalog:

Die härteste Prüfung, die man durchstehen muss, ist die Einsamkeit. Und die gnadenloseste Einsamkeit ist die, der ich im Gefängnis begegnet bin.“ 

 (Grisélidis Réal in Bin ich noch am Leben? Gefängnistagebuch, 2008)


WARUM STRAFEN ?

Die Gesellschaft muss „Recht sprechen“. Denn nur so erhält sie die soziale Ordnung aufrecht und verhindert Rachehandlungen … Die Bestrafung entspricht also den Erwartungen der Gesellschaft an Gerechtigkeit. Ein allgemeingültiges Modell dafür gibt es aber nicht … d.h.:

WIR SIND ES DIE STRAFEN



Unmittelbar nach der Französischen Revolution (1789) wurde die Haft in Europa zu einer rechtmäßigen Strafe. Sie sollte die bis dahin übliche körperliche Züchtigung abschaffen. Die Gefängnisstrafe galt deshalb als humanere Behandlung von Kriminellen. … Doch die Ausgrenzung einer Person durch Haft könne ihre gesellschaftliche Eingliederung gefährden. Auch bestehe die Gefahr, dass das Leben in einer Gemeinschaft von Straftäter*innen eine Schule des Verbrechens bilde.“


 

 2 x 24 Sanduhren, die jeweils eine halbe Stunde laufen. Die Installation von Rodrigue Glombards "Sich von Zeit zu Zeit vergessen" macht deutlich, wie die Zeit im Gefängnis buchstäblich zu stehen scheint.




Einige Gefangene dürfen in Werkstätten arbeiten und sich schöpferisch betätigen. Das „SANTA FU T-Shirt“ stammt aus der JVA Fuhlsbüttel und das Räuchermännchen aus der JVA Zwickau. Hier könnt ihr es ggf. erwerben:

Santa-Fu Shop

Gitterladen




Das Buch „Ein Blick hinter die Mauer“ mit Dexter dem Dachs haben inhaftierte Väter gestaltet, um ihren Kindern den Alltag im Gefängnis zu erklären und so deren Sorgen und Ängste abzubauen.




In Kerkerluft sprießt Gemeinheit – sie schießt wie giftiges Unkraut empor. Nur das Gute verdorrt an dem grässlichen Ort, wo der Mensch seine Würde verlor. Hier wird die Verzweiflung zum Wärter gemacht, und die Angst hütet fahl das Tor.“ 

 (Oscar Wilde in Die Ballade vom Zuchthaus zu Reading, 1898)



Bei dem Verbrecher aber entwickeln Gefängnis und verschärfte Zwangsarbeit nur Hass, Begierde nach verbotenen Genüssen und einen schrecklichen Leichtsinn. Ich bin fest überzeugt, dass auch das vielgepriesene Zellensystem nur scheinbare, trügerische, äußerliche Erfolge zeitigt. Es saugt dem Menschen das Mark aus, stumpft seine Seele ab, macht sie schlaff, verängstigt sie und präsentiert dann die psychisch ausgedörrte Mumie, den Halbirren als Beispiel von Besserung und Reue. 

(Fjodor Dostojewski in Aufzeichnungen aus einem Totenhaus, 1862)



Und wer noch mehr erfahren will, hier geht es zum interaktiven Museumsrundgang:

Hygienemuseum